Vertiv Aktie: Strom-Zukauf für 1,45 Milliarden

Der Zukauf erweitert Vertivs Energieangebot für Rechenzentren; bis zu 1,15 Milliarden Dollar hängen von EBITDA-Zielen ab.

Die Kernpunkte:
  • UIG-Übernahme für 1,45 Milliarden Dollar abgeschlossen
  • Zusätzliche Zahlung an EBITDA-Ziele geknüpft
  • Mikronetze und Steuerungssoftware für Rechenzentren
  • Integration und Erhalt von Kundenbeziehungen als Risiken

Vertiv holt sich Know-how für die Energieversorgung von KI-Rechenzentren ins Haus. Der Konzern hat die Übernahme der UtilityInnovation Group (UIG) abgeschlossen. Der Kaufpreis beträgt rund 1,45 Milliarden Dollar in bar.

Earn-out erhöht das mögliche Volumen

Zusätzlich sieht die Vereinbarung eine erfolgsabhängige Zahlung von bis zu 1,15 Milliarden Dollar vor. Sie hängt von EBITDA-Zielen über 12 und 24 Monate ab. Im Maximalfall summiert sich der Deal damit auf rund 2,6 Milliarden Dollar.

Auf Basis des festen Preises bewertet Vertiv UIG mit etwa dem 13-Fachen des erwarteten EBITDA für 2027. Fließt der volle Earn-out, fällt dieses Vielfache nach Unternehmensangaben deutlich niedriger aus. Vertiv rechnet damit, dass die Transaktion im ersten Jahr nach Abschluss den bereinigten Gewinn je Aktie steigert.

Weg zum Strom wird zum Engpass

UIG, 2020 gegründet und in Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina ansässig, entwickelt Mikronetz-Lösungen, Steuerungssoftware und spezielle Schaltanlagen. Dazu kommen Speichersysteme und Architekturen für die Stromversorgung hinter dem Netzanschluss. Damit lassen sich Rechenzentren zumindest teilweise unabhängig vom öffentlichen Netz betreiben.

Genau darin liegt die strategische Logik. Netzanschlüsse dauern lang und bremsen den Ausbau von KI-Infrastruktur. Vertiv will Betreibern helfen, schneller an Strom zu kommen.

CEO Giordano Albertazzi spricht vom Zugang zu Energie als „entscheidendem Wettbewerbsvorteil“. Mit UIG reicht das Angebot künftig vom Netzanschluss bis zum Chip, ohne Bindung an eine bestimmte Erzeugungstechnologie oder einen Lieferanten. Bislang deckte Vertiv vor allem Strom- und Kühlsysteme innerhalb des Rechenzentrums ab.

Integration als nächste Aufgabe

Nun muss Vertiv das Geschäft eingliedern. Zu den Risiken zählen laut Unternehmen Integrationskosten, gebundene Managementkapazitäten und die Frage, ob Schlüsselkräfte und Kundenbeziehungen von UIG erhalten bleiben. Ob die in Aussicht gestellten Synergien eintreten, zeigt sich erst über die kommenden Quartale.

Die Transaktion fügt sich in eine Serie von Zukäufen ein, mit denen Vertiv sein Portfolio zuletzt erweitert hat. Die 12- und 24-monatigen Earn-out-Zeiträume liefern dabei einen klaren Maßstab: Verfehlt UIG die EBITDA-Ziele, zahlt Vertiv entsprechend weniger.

Anzeige

Stand heute, 27. Oktober: Vertiv – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Vertiv investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 27. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Vertiv: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Vertiv