Vestas Wind Systems Aktie: JPMorgan rechnet mit Trendwende
JPMorgan prognostiziert für Vestas eine mögliche Anhebung der Jahresziele im August. Die Aktie reagiert mit einem deutlichen Kursplus.

- Positive Analysteneinschätzung von J.P. Morgan
- Starker Onshore-Auftragseingang in USA und Deutschland
- Fortschritte im Offshore-Geschäft mit V236-Turbinen
- Mögliches Aktienrückkaufprogramm im August
J.P. Morgan hat Vestas auf „Positive Catalyst Watch“ gesetzt — und der Markt reagierte prompt. Die Aktie des dänischen Windkraftkonzerns legte am Freitag rund fünf Prozent zu und kletterte damit wieder über die 21-Tage-Linie.
Der Auslöser: Analyst Akash Gupta erwartet, dass Vestas mit dem Halbjahresbericht am 13. August erstmals seit 2016 seine Jahresziele anheben könnte. Ein Gespräch mit Finanzchef Jacob Larsen auf einer Branchenkonferenz habe ihn in dieser Einschätzung bestärkt. J.P. Morgan hält an einem „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 216 dänischen Kronen fest, gültig bis Juni 2027.
Onshore boomt, Offshore holt auf
Das Management beschrieb den Onshore-Auftragseingang als „stärker denn je“ — getragen vor allem von den USA und Deutschland. Der US-Projektpipeline, einschließlich konditionaler Vereinbarungen, stehe auf dem höchsten Stand überhaupt. Kunden aus dem Rechenzentrumsumfeld treiben Projekte voran, unter anderem wegen kürzerer Lieferzeiten. Utility-Kunden hingegen warten auf den Ausgang einer Section-232-Untersuchung zu Importen von Windturbinenkomponenten — ein Ergebnis soll laut Management zeitnah vorliegen. Eventuelle Zusatzzölle würden dabei auf die Kunden abgewälzt.
Beim Offshore-Geschäft meldet Vestas Fortschritte: Mehr als 100 Turbinen der V236-Plattform sind bereits installiert, was mehr als 1,5 Gigawatt Kapazität entspricht. Die ersten beiden Offshore-Projekte sollen noch im Sommer abgeschlossen werden. Bis Ende des Jahrzehnts könnte das Offshore-Segment Margen auf Onshore-Niveau erreichen, sobald die V236-Entwicklungskosten abgeschrieben sind.
Dienstleistungen und Kapitalrückgabe im Blick
Im Servicebereich hat das Management klare Ziele: Eine langfristige operative Marge von 25 Prozent ist anvisiert. Kosten wurden bereits um neun Prozent gesenkt — durch niedrigere Vergütungen und weniger Wartungsbesuche je Turbine.
Hinzu kommt ein mögliches Signal für Aktionäre: Das Management erklärte, es sei offen für die Ankündigung eines weiteren Aktienrückkaufprogramms parallel zu den Quartalszahlen im August. Der Cashflow soll dabei dem saisonalen Normalmuster folgen — keine Ausreißer erwartet.
Der Konsens rechnet für das Gesamtjahr mit einem bereinigten EBIT von 1,5 Milliarden Euro, was vier Prozent über der Mitte der bestehenden Unternehmensguidance liegt. Ob Vestas das Ziel tatsächlich anhebt, entscheidet sich am 13. August.
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