Vinci Aktie: Autonomes Shuttle absolviert 40.000 Kilometer

Frankreichs geplanter Abgabenanstieg und schwächerer Verkehr belasten die Stimmung, während VINCI im Bau- und Energiebereich expandiert.

Die Kernpunkte:
  • Autonomes Shuttle fährt über 40.000 Kilometer
  • Soletanche Bachy übernimmt US-Tunnelbauspezialisten
  • VINCI Energies kauft deutschen Regeltechnikbetrieb
  • Geplante Abgabe könnte auf 12,2 Prozent steigen

Am Montag zog VINCI Autoroutes eine Zwischenbilanz für ein Erprobungsprojekt zur autonomen Mobilität. Gemeinsam mit der MILLA Group, dem Verkehrsunternehmen SAVAC und der Universität Gustave Eiffel testete der Konzern ein elektrisches autonomes Shuttle auf der Autobahn A10. Seit dem Start im März legte das Fahrzeug mehr als 40.000 Kilometer zurück und beförderte knapp 150 freiwillige Passagiere.

Der Feldversuch soll praxisnahe Erkenntnisse darüber liefern, wie automatisierte Fahrsysteme in hochfrequentierte Fernstraßennetze integriert werden können. Für den Infrastrukturbetreiber geht es dabei um die langfristige technologische Ausrichtung der Strecken, um künftigen Mobilitätsformen gerecht zu werden.

Gezielte Akquisitionen im Auslandsgeschäft

Abseits der Verkehrswege baute der Konzern zuletzt sein Bau- und Dienstleistungsgeschäft gezielt aus. Am 14. September übernahm das Tochterunternehmen Soletanche Bachy den US-Tunnelbauspezialisten Bradshaw Construction von den bisherigen Eigentümern, um die Präsenz von VINCI Construction in Nordamerika zu stärken.

Wenige Tage zuvor, am 8. September, vollzog die Sparte VINCI Energies zudem den Kauf der deutschen Heliro Steuer- und Regeltechnik GmbH. Für beide Transaktionen nannten die Beteiligten keine Kaufpreise.

Diese Zukäufe fügen sich in die Strategie ein, technologische Kernkompetenzen zu sichern und das operative Geschäft geographisch breiter aufzustellen. Gleichzeitig wächst damit das relative Gewicht der Bau- und Energiedienstleistungen im Gesamtportfolio.

Regulatorischer Gegenwind und Marktreaktion

Trotz dieser operativen Ergänzungen geriet die Konzessionssparte zuletzt unter erheblichen Druck. Die französische Regierung schlug im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Jahr 2027 vor, die Sonderabgabe auf Betreiber von Fernverkehrsinfrastruktur spürbar anzuheben. Für besonders profitable Betreiber soll der Steuersatz von zuvor 4,6 Prozent auf bis zu 12,2 Prozent klettern.

Die Aussicht auf eine deutlich höhere fiskalische Belastung traf die Stimmung im gesamten Sektor. Da die Autobahn- und Flughafenkonzessionen wesentliche Ertragsstützen des Unternehmens bilden, reagierten Marktteilnehmer besorgt auf die drohende Schmälerung der künftigen operativen Margen.

Das Management versuchte, dem Verkaufsdruck mit dem Erwerb eigener Anteilsscheine zu begegnen. Am 21. September gab der Konzern den Rückkauf von insgesamt 553.008 eigenen Aktien bekannt.

Die Maßnahme konnte die Verunsicherung an den Finanzmärkten jedoch nicht nachhaltig dämpfen. Neben den Steuerplänen trübte auch die verhaltene Verkehrsentwicklung im Spätsommer den Ausblick für die Erlöse der Autobahnen und Flughäfen.

An der Börse überwogen zuletzt die Abgaben. Gestern gab die Aktie um 1,1 Prozent auf 105,75 Euro nach. Damit bewegt sich der Kurs nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 104,30 Euro.

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