VINCORION Aktie: Glanzstart verpufft

Der Rüstungskonzern VINCORION verliert nach dem Börsengang an Boden. Trotz robuster Geschäftszahlen und voller Auftragsbücher belastet die Kapitalverwendung den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt unter den ursprünglichen Ausgabepreis
  • Starkes operatives Ergebnis und verdoppelter Nettogewinn
  • Kein frisches Kapital für das Unternehmen aus dem IPO
  • Auftragsbestand sichert Auslastung für vier Jahre

Volle Auftragsbücher und ein sicherheitspolitischer Rückenwind reichten offenbar nicht aus, um die anfängliche Euphorie aufrechtzuerhalten. Nur wenige Tage nach dem vielbeachteten Börsendebüt hat der Rüstungs- und Energietechnikkonzern VINCORION einen ersten empfindlichen Dämpfer erlitten. Ein genauer Blick auf die Struktur des Börsengangs liefert Erklärungsansätze für die plötzliche Zurückhaltung der Investoren.

Rutsch unter den Ausgabepreis

Am Dienstag fiel das Papier im Xetra-Handel auf 16,96 Euro und durchbrach damit die Marke des ursprünglichen Ausgabepreises von 17,00 Euro nach unten. Zwar startete die Erstnotiz am 20. März noch vielversprechend bei 19,30 Euro und kletterte in der Spitze auf knapp 20 Euro. Seither dominieren allerdings die Verkäufer das Geschehen, was zu einem Wertverlust von rund 15 Prozent ab dem Hoch führte.

Das global schwache Umfeld für Neuemissionen fordert hier seinen Tribut. Wegen geopolitischer Krisen und hoher Energiepreise verzeichnete der weltweite IPO-Markt im ersten Quartal den schwächsten Start seit sechs Jahren. Die Zahl der Börsengänge brach um 23 Prozent ein.

Starke Zahlen, aber leere Kassen

Operativ läuft es bei dem Zulieferer für den Leopard-Panzer und das Patriot-System hervorragend. Im vergangenen Jahr kletterte das operative Ergebnis (EBIT) um satte 64 Prozent auf 33,7 Millionen Euro. Der Nettogewinn verdoppelte sich sogar auf 19,4 Millionen Euro. Gleichzeitig sichert ein Auftragsbestand von 1,1 Milliarden Euro die rechnerische Auslastung für die kommenden vier Jahre.

Der Grund für den aktuellen Verkaufsdruck findet sich eher in der Kapitalverwendung des Börsengangs. Von dem Platzierungsvolumen in Höhe von 345 Millionen Euro floss kein einziger Cent als frisches Kapital an VINCORION. Die gesamten Emissionserlöse strichen die Altaktionäre rund um den Finanzinvestor Star Capital ein.

Das Unternehmen muss sein künftiges Wachstum folglich aus dem eigenen operativen Geschäft stemmen. Mit einem stabilen Service- und Wartungsbereich, der bereits 55 Prozent der Umsätze beisteuert, ist das fundamentale Rüstzeug dafür vorhanden. Die kurzfristige Kursentwicklung dürfte nun maßgeblich davon abhängen, wie der größte Einzelaktionär Star Capital mit seinem verbleibenden Anteil von 47,5 Prozent verfährt.

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