Vincorion Aktie: Kurs springt auf 23,78 Euro

Trotz Umsatzsprung und Rekordaufträgen büßt Vincorion an Profitabilität ein. Der Aktienkurs fällt, während die Jahresziele bestätigt werden.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt um 40 Prozent
  • EBIT-Marge sinkt auf 18 Prozent
  • Freier Cashflow wird negativ
  • Auftragsbestand erreicht 1,2 Milliarden Euro

Volle Auftragsbücher, rasant steigende Umsätze und dennoch ein Kursrutsch. Beim Rüstungszulieferer Vincorion klaffen operative Wachstumsfantasie und kurzfristige Profitabilität derzeit auseinander. Nach einem starken Lauf seit dem Börsengang nehmen Anleger nun Gewinne mit.

Am Freitag fiel die Aktie um fast sieben Prozent auf 20,62 Euro. Damit konsolidiert das Papier nach dem jüngsten Hoch bei 22,58 Euro.

Dennoch notiert der Titel weiterhin komfortabel über dem Ausgabepreis von 17 Euro. Das ehemalige Jenoptik-Tochterunternehmen war erst im April an die Börse zurückgekehrt. Ein RSI-Wert von 22 deutet kurzfristig auf eine überverkaufte Situation hin.

Starkes Wachstum kostet Liquidität

Operativ liefert das Unternehmen genau das, was der Rüstungsboom verspricht. Der Umsatz stieg zum Jahresstart um 40 Prozent auf 69 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) kletterte parallel dazu auf 12,4 Millionen Euro.

Die Profitabilität hält mit diesem Tempo allerdings nicht ganz Schritt. Die EBIT-Marge sank im Vorjahresvergleich auf 18,0 Prozent. Das Management begründet diese Entwicklung mit gestiegenen Kosten. Hier schlagen vor allem die neuen Kapitalmarktanforderungen nach dem Börsendebüt sowie höhere Forschungsausgaben zu Buche.

Deutlicher fällt der Blick auf die Liquidität aus. Der freie Barmittelfluss rutschte auf minus 7,1 Millionen Euro ab, nachdem im Vorjahr noch ein Plus stand. Erhebliche Steuernachzahlungen, der Aufbau von Working Capital für den Produktionshochlauf und höhere Investitionen zehrten die liquiden Mittel auf.

Volle Bücher sichern Jahresziele

Trotz der kurzfristigen Belastungen beim Cashflow bleibt die mittelfristige Perspektive intakt. Vincorion profitiert massiv von der Nachfrage nach Stabilisierungsprodukten und Ersatzteilen. Das Segment Vehicle Systems steigerte die Erlöse um 60 Prozent. Auch der Bereich Power Systems verzeichnete starkes Wachstum, angetrieben von Systemen für die bodengebundene Luftverteidigung.

Ein massiver Auftragseingang untermauert den Kurs. Im ersten Quartal sammelte das Unternehmen neue Bestellungen im Wert von rund 149 Millionen Euro ein. Der gesamte Auftragsbestand türmt sich mittlerweile auf 1,2 Milliarden Euro. Das britische Private-Equity-Haus Star Capital, das Vincorion einst übernahm und weiterhin als Hauptaktionär agiert, dürfte diese Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Diese prall gefüllten Bücher bieten dem Management hohe Planungssicherheit. Bereits jetzt ist fast der gesamte Jahresumsatz vertraglich gesichert. Der Vorstand hält folglich an seinen Zielen für 2026 fest. Vincorion peilt Erlöse von bis zu 320 Millionen Euro an. Die bereinigte EBIT-Marge soll am Jahresende knapp unter der Marke von 20 Prozent liegen. Dies gibt dem Unternehmen den nötigen Spielraum, um die aktuellen Cashflow-Dellen im weiteren Jahresverlauf auszugleichen.

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