Vincorion Aktie: Lock-up endet im Herbst

Trotz Umsatzsprung und EU-Förderung belastet die drohende Aktienfreigabe von Großaktionär STAR Capital die Vincorion-Bewertung.

Die Kernpunkte:
  • EU-Förderung von 40 Millionen Euro
  • Umsatzplus von 40 Prozent im Quartal
  • Freier Cashflow rutscht ins Minus
  • Lock-up-Ende von STAR Capital im Herbst

Volle Auftragsbücher und frische EU-Millionen treffen auf eine schwächelnde Aktie. Bei Vincorion klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Das Rüstungsunternehmen treibt die europäische Verteidigungstechnologie maßgeblich voran. Ein drohender Aktienverkauf im Herbst hält Investoren jedoch an der Seitenlinie.

Millionen-Förderung für Feldlager

Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris präsentierte der Konzern kürzlich sein SENTINEL-Projekt. Vincorion führt dabei ein Konsortium aus 42 Partnern an. Das gemeinsame Ziel: mobile militärische Feldlager sollen energieautark werden. Der Europäische Verteidigungsfonds unterstützt das Vorhaben mit knapp 40 Millionen Euro.

Das System kombiniert Generatoren, Batterien und erneuerbare Energien intelligent miteinander. Erste Tests laufen an der Universität der Bundeswehr in München. Später folgen Einsätze in den Niederlanden und auf Aruba. Marktbeobachter sehen in dem Projekt einen wichtigen Türöffner für künftige NATO-Beschaffungen.

Einen Fuß hat Vincorion bereits in der Tür. Die Beschaffungsagentur NSPA beauftragte die Firma mit der Modernisierung von PATRIOT-Systemen. Dieser Rahmenvertrag bringt bis 2030 rund 60 Millionen Euro ein.

Starkes Wachstum, aber negativer Cashflow

Die operativen Zahlen untermauern den Aufwärtstrend. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 40 Prozent auf 69 Millionen Euro. Der Auftragseingang vervierfachte sich fast auf gut 149 Millionen Euro. Das Management hält folglich an der Jahresprognose fest.

Ein Detail trübt allerdings das Bild. Der freie Cashflow rutschte zum Jahresstart auf minus 7,1 Millionen Euro ab. Der Vorstand begründet diesen Abfluss mit dem teuren Kapazitätsausbau an drei deutschen Standorten. Das Unternehmen will diese Expansion komplett aus dem laufenden Geschäft bezahlen. Neue Kredite oder Kapitalerhöhungen schließt die Führung aus.

Analysten optimistisch, Großaktionär als Risiko

Trotz der soliden Basis notiert die Aktie am Dienstag bei 17,21 Euro. Auf Monatssicht steht ein Minus von knapp sechs Prozent auf der Kurstafel. Das Papier bewegt sich damit rund 27 Prozent unter seinem Jahreshoch vom Mai.

Die Privatbank Berenberg sieht das aktuelle Niveau als Einstiegschance. Analyst George McWhirter belässt das Kursziel bei 26 Euro und rät zum Kauf. Er verweist auf günstige Bewertungen und ein starkes Gewinnwachstum in der Branche. Als nächste Kurstreiber nennt er den anstehenden NATO-Gipfel Anfang Juli sowie mögliche Großaufträge.

Die größte Hürde für den Aktienkurs liegt in der Aktionärsstruktur. Der britische Finanzinvestor STAR Capital hält weiterhin 47,5 Prozent der Anteile. Im Herbst endet die Haltefrist für diese Papiere. Ein massiver Verkauf durch den Investor würde den Kurs stark belasten. Diese Unsicherheit deckelt aktuell die Bewertung.

Die Halbjahreszahlen im August bringen den nächsten wichtigen Datenpunkt. Dann muss Vincorion beweisen, dass der negative Cashflow nur ein Einmaleffekt war. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand einen operativen Mittelzufluss von 38 Millionen Euro an. Gelingt dieser finanzielle Turnaround, dürfte der Markt das Risiko des nahenden Lock-up-Endes gelassener bewerten.

Anzeige

Vincorion-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vincorion-Analyse vom 23. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Vincorion-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vincorion-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Vincorion: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Vincorion