Virgin Galactic Aktie: 750.000-Dollar-Buchungen erhöhen Umsatzprognose

Virgin Galactic meldet höhere künftige Einnahmen durch Buchungen, erwartet jedoch weiteren Kapitalbedarf und verschiebt den Erstflug auf Februar 2027.

Die Kernpunkte:
  • Buchungen über 750.000 US-Dollar
  • Künftige Einnahmen steigen um 50 Millionen
  • Morgan Stanley reduziert Kursziel leicht
  • Vergleich mit Aktionären final genehmigt

Reservierungen stützen künftige Umsatzprognosen

Obwohl das Raumfahrtunternehmen den ersten kommerziellen Start seiner neuen Raumschiff-Generation auf Februar 2027 verschoben hat, verzeichnet Virgin Galactic ein reges Interesse an seinen Flugangeboten. Das Unternehmen gab am 12. August bekannt, dass überzeichnete Buchungen zu einem Preispunkt von 750.000 US-Dollar die erwarteten künftigen Einnahmen um mehr als 50 Millionen US-Dollar erhöht haben. Diese Nachfrage unterstreicht das Marktpotenzial im Segment des exklusiven Weltraumtourismus, auch wenn die operative Umsetzung mehr Zeit beansprucht als ursprünglich geplant.

Die Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 fielen gemischt aus. Zwar gelang es dem Management, den Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahr stärker als von Analysten erwartet einzugrenzen, doch die Umsatzerlöse blieben deutlich hinter den Prognosen der Wall Street zurück. Für das laufende dritte Quartal 2026 stellte das Unternehmen einen Umsatz in der Größenordnung von etwa 400.000 US-Dollar in Aussicht.

Hoher Kapitalbedarf und Cash-Flow-Prognosen

Die Entwicklung der neuen Flotte erfordert weiterhin massive Investitionen. Virgin Galactic prognostiziert für das dritte Quartal 2026 einen negativen freien Cashflow zwischen 95 Millionen und 100 Millionen US-Dollar. Für das vierte Quartal des laufenden Jahres wird eine leichte Verbesserung der Situation erwartet. Hier kalkuliert das Unternehmen mit einem Mittelabfluss im Bereich von 80 Millionen bis 90 Millionen US-Dollar.

Diese hohen Ausgaben spiegeln sich in den Bewertungen der Finanzhäuser wider. Am 17. August senkten die Analysten von Morgan Stanley ihr Kursziel für das Papier von zuvor 2,05 US-Dollar auf nun 2,00 US-Dollar. Die Herabstufung erfolgte im Rahmen einer Neubewertung nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen und der gleichzeitigen Verzögerung des Zeitplans für den kommerziellen Betrieb.

Meilensteine im Testprogramm und Raketenproduktion

Trotz des finanziellen Drucks hält das Unternehmen an seinem technischen Fahrplan fest. Für den kommenden Oktober ist der Beginn einer entscheidenden Testphase geplant. Im Mittelpunkt steht dabei der sogenannte „Spaceship Captive Carry Flight“, bei dem das Raumschiff an das Trägerflugzeug gekoppelt bleibt, um aerodynamische Daten und Systemfunktionen zu überprüfen.

Parallel dazu bereitet Virgin Galactic den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten vor. Der Start der eigentlichen Raketenproduktion ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Diese Schritte sind essenziell, um die Einsatzbereitschaft für den angestrebten Starttermin im Februar 2027 sicherzustellen.

Flankiert wird die operative Entwicklung durch den Abschluss juristischer Altlasten. Wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorging, erhielt ein Vergleich zur Beilegung von Aktionärsklagen vor gut drei Wochen die finale gerichtliche Zustimmung.

Die Versicherer des Unternehmens leisten in diesem Rahmen eine Zahlung von 2,75 Millionen US-Dollar, wobei keine Feststellung eines Fehlverhaltens der Geschäftsführung oder des Verwaltungsrats erfolgte.

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