Vivendi will weiter zukaufen

Das italienische Medien-Unternehmen Mediaset mit Sitz in Cologno Monzese bei Mailand fürchtet eine feindliche Übernahme durch den Franzosen Vivendi.

© CanalOlympia 2016

Der französische Medien-Konzern erwägt eine weitere Beteiligung von bis zu 20 % an dem Italiener, nachdem man bereits circa 3 % an Mediaset hält. Nun will Vivendi angeblich diesen Anteil, abhängig von den Marktbedingungen, auf 10 bis 20 % ausbauen. Dies teilten die Franzosen am Montagabend mit.

Mediaset ist der größte Anbieter für kommerzielles Fernsehen in Italien und Bestandteil des Aktien-Index FTSE MIB. Die Fininvest-Holding, die eine Beteiligung an Mediaset von rund 34,7 % hält, kritisierte die Ankündigung Vivendis umgehend. Man erklärte, die Franzosen wollen nur den Aktienkurs von Mediaset drücken und dann zu einem Schnäppchenpreis eine feindliche Übernahme starten. Die Holding Fininvest gehört der Familie des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

Vivendi hat große Pläne

Beide Firmen liegen seit Monaten miteinander im Streit. Grund dafür ist der geplatzte Verkauf der Bezahlfernseh-Sparte von Mediaset an Vivendi. Die Italiener sind vor Gericht gezogen, um den Verkauf juristisch durchzusetzen.

Der Chef von Vivendi ist Vincent Bolloré. Der Großunternehmer mit einem geschätzten Vermögen von 11 Mrd. Euro will eine europäische Mediengruppe aufbauen und wird als ein Mann mit knallharter Durchsetzungskraft bezeichnet.

Zum Portfolio der französischen Vivendi gehört bereits die weltgrößte Plattenfirma Universal Music Group mit Töchtern wie PolyGram, Motown, Deutsche Grammophon. Nebenbei kontrolliert Bolloré eines der sechs wichtigen Filmstudios in Hollywood. Auch das französische Unternehmen Canal+ ist Teil von Bollorés Vivendi-Konzern. Mit mehr als 200 Kanälen ist das Unternehmen einer der Marktführer im europäischen Pay-TV.

Um gegen die mächtigen Unterhaltungs-Giganten in Amerika bestehen zu können, baut der französische Unternehmer sein Imperium immer weiter aus und geht hierbei natürlich auch auf Übernahme-Tour im benachbarten Italien.

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