Vodafone Aktie: Großaktionär-Wechsel?

Die CCI billigt Vegas Erwerb von 16,2 Prozent an Vodafone; die britische Zustimmung steht noch aus.

Die Kernpunkte:
  • Indische Behörde stimmt Anteilskauf zu
  • Vega vereinbarte Kauf für 4,4 Mrd. £
  • Britische Prüfung ist noch nicht abgeschlossen
  • Übernahmeangebot laut Niel nicht geplant

Xavier Niels geplanter Einstieg als größter Vodafone-Aktionär ist einen Schritt weiter. Indiens Wettbewerbsbehörde CCI hat am Freitag den Anteilskauf durch sein Investmentvehikel Vega SAS genehmigt. Die britische Prüfung läuft allerdings noch. Damit ist eine wichtige Hürde genommen, der Abschluss der Transaktion aber noch nicht gesichert.

Vega soll größter Aktionär werden

Laut der Nachrichtenagentur PTI betrifft die indische Freigabe den Erwerb von 16,2 % des ausgegebenen Aktienkapitals der Vodafone Group. Vega hatte den Kauf von Emirates Telecommunications Group im Juli für rund 4,4 Mrd. £ in bar vereinbart. Nach dem Vollzug soll Niels Familien-Investmentvehikel zum größten Einzelaktionär aufsteigen.

Niel plant nach eigener Aussage kein Übernahmeangebot für Vodafone. Vega bezeichnet die Beteiligung als langfristig und strategisch. Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend: Der geplante Wechsel beim größten Aktionär bedeutet nicht, dass zugleich eine vollständige Übernahme des Unternehmens angestrebt wird.

Die indische Freigabe betrifft den Einstieg bei Vodafone Group. Vega selbst betreibt kein Geschäft in Indien. Vodafone ist dort über seine Beteiligung an Vodafone Idea präsent. Der Anteilskauf führt Vodafone Idea kein neues Kapital zu und ist damit keine Finanzierung des indischen Unternehmens.

Britische Zustimmung bleibt entscheidend

Der Vollzug wird bis Ende 2026 erwartet, steht aber unter dem Vorbehalt weiterer Genehmigungen. Medienberichten zufolge prüft die britische Regierung den Einstieg weiterhin. Die Zustimmung aus Indien ersetzt diese noch ausstehende Entscheidung nicht. Der erwartete Abschluss bleibt deshalb ein Ziel und ist kein bereits feststehender Termin.

Die britische Prüfung hat einen relevanten Hintergrund. Im Januar 2024 hatte London dem bisherigen Großaktionär e& nach dem National Security and Investment Act Auflagen gemacht. Diese betrafen die Besetzung von Verwaltungsrat und Ausschüssen sowie einen Ausschuss für nationale Sicherheit. Daraus ergeben sich jedoch noch keine bestätigten Bedingungen für Vega.

Der geplante Aktionärswechsel trifft auf einen bereits umgebauten Konzern. Vodafone hat seine Geschäfte in Italien und Spanien verkauft und den Anteil am niederländischen Gemeinschaftsunternehmen abgegeben. Hinzu kam die Fusion des britischen Geschäfts mit Three.

Für Vodafone-Anleger liegt die unmittelbare Bedeutung der Nachricht somit in der Eigentümerstruktur. Indien hat den Weg für Niels Einstieg freigemacht. Ob Vega tatsächlich wie geplant größter Aktionär wird, hängt weiterhin von den noch erforderlichen Freigaben ab.

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