Voestalpine: 23 % Exportrückgang in die USA
Trotz leichtem Produktionsplus kämpft die Metallindustrie mit Stellenabbau. Voestalpine spürt die Autoflaute und Einbrüche bei US-Exporten.

- Metallbranche baut tausende Stellen ab
- US-Exporte brechen um fast 25 Prozent ein
- VW-Kapazitätskürzung belastet Stahlnachfrage
- Voestalpine-Aktie gilt als stark überverkauft
Ein leichtes Produktionsplus kaschiert die tieferliegenden Risse in der österreichischen Metallindustrie. Während die Fertigungsvolumina zuletzt sanft stiegen, streicht die Branche tausende Arbeitsplätze. Für Unternehmen wie Voestalpine verdüstert sich das Umfeld zusehends, angetrieben von einer strauchelnden Autoindustrie und einbrechenden US-Exporten.
Im vergangenen Jahr verzeichnete der Sektor noch einen Zuwachs. Die reale Produktion stieg um 2,7 Prozent auf 47 Milliarden Euro. Dieser Anstieg gleicht die historischen Einbrüche der Vorjahre jedoch bei Weitem nicht aus.
Besonders der US-Markt bereitet Sorgen. Hier brachen die Ausfuhren um fast ein Viertel ein. Demgegenüber steht ein zweistelliges Exportplus nach China, das die Verluste auf der anderen Seite des Atlantiks nur teilweise abfedert.
Stellenabbau und rote Zahlen
Der wirtschaftliche Druck hinterlässt tiefe Spuren in den Belegschaften. Innerhalb von zwei Jahren fielen branchenweit rund 14.000 Arbeitsplätze weg. Allein im vergangenen Jahr gingen fast 5.000 Stellen verloren.
Die Perspektive für das laufende Geschäftsjahr 2026 bleibt trüb. Vier von zehn Unternehmen der metalltechnischen Industrie rechnen aktuell mit einem negativen Betriebsergebnis.
Autokrise trifft Stahlkocher
Ein Hauptgrund für die Misere liegt bei der europäischen Automobilindustrie. Der Sektor ist traditionell einer der wichtigsten Abnehmer für hochwertige Stahlprodukte. Nun kündigte der Volkswagen-Konzern an, seine globalen Kapazitäten drastisch zu kappen.
Bis zum Ende des Jahrzehnts plant VW den Abbau von zehntausenden Arbeitsplätzen in Deutschland. Dieser radikale Umbau schlägt ungebremst auf die Zulieferketten und damit auf Stahlkonzerne wie Voestalpine durch.
Parallel dazu steigen die Belastungen auf der Kostenseite. Die anstehenden Lohnrunden im Herbst werden die Ausgabenbasis in einem ohnehin schwierigen Umfeld weiter nach oben treiben. Politische Entlastungen greifen erst in zwei Jahren. Indes versucht die Europäische Union, die heimische Produktion durch lokale Inhaltsquoten von bis zu 70 Prozent bei Elektroautos abzusichern.
Aktie im überverkauften Bereich
An der Börse spiegelt sich diese angespannte Nachrichtenlage wider. Die Voestalpine-Aktie notiert aktuell bei rund 41,20 Euro und hat sich damit deutlich von ihrem Februar-Hoch entfernt. Seit Jahresbeginn verteidigt das Papier noch ein moderates Plus. Ein RSI-Wert von 19 signalisiert jedoch, dass der Titel kurzfristig extrem überverkauft ist.
Für eine nachhaltige Erholung des Aktienkurses fehlt derzeit der fundamentale Rückenwind. Solange die Auftragsbücher der Automobilhersteller schrumpfen und der US-Markt schwächelt, bleibt die Nachfrageseite das zentrale Risiko für die österreichische Stahlindustrie. Entspannungssignale aus China bei den Eisenerzimporten lindern lediglich den Kostendruck auf der Rohstoffseite, lösen aber nicht das Absatzproblem in Europa.
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