Voestalpine Aktie: 0,75-Euro-Dividende beschlossen

Voestalpine verzeichnet Kursgewinne dank Dividendenanhebung und Airbus-Aufträgen, leidet aber unter US-Strafzöllen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt nach technischem Ausbruch
  • Dividende um 25 Prozent erhöht
  • Milliardenschwere Aufträge von Airbus
  • US-Zölle belasten mit Millionenbetrag

Voestalpine steckt zwischen zwei Kräften fest. Auf der einen Seite ein technischer Ausbruch, auf der anderen die Sorge vor US-Zöllen. Die Aktie notiert bei 44,16 Euro, ein Minus von 1,47 Prozent zum Vortag.

Ausbruch mit Bremsspur

Am Donnerstag kletterte das Papier über die Marke von 45 Euro. Damit kreuzte der Titel den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt nach oben. Viele Marktbeobachter werten diesen Durchschnitt als Signal für den mittelfristigen Trend.

Der heutige Rücksetzer ändert daran wenig. Zum 200-Tage-Durchschnitt hält die Aktie weiterhin einen Abstand von 8,86 Prozent nach oben. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 14,23 Prozent zu Buche.

Höhere Dividende, mehr Airbus-Aufträge

Ein wichtiger Treiber der jüngsten Kursbewegung: die Hauptversammlung hat eine deutlich höhere Ausschüttung beschlossen. Die Dividende steigt von 0,60 Euro auf 0,75 Euro je Aktie, ein Sprung um ein Viertel. Die Auszahlung läuft bereits seit Mitte dieser Woche.

Die Grundlage dafür legte ein starkes Geschäftsjahr. Bei einem Umsatz von rund 15,1 Milliarden Euro erzielte der Konzern ein operatives Ergebnis von 1,5 Milliarden Euro.

Hinzu kommt Rückenwind aus der Luftfahrt. Voestalpine hat sich Großaufträge von Airbus im Milliardenbereich gesichert. Diese Diversifizierung hilft dem Konzern, Schwankungen in der europäischen Autoindustrie abzufedern.

Zölle belasten die Bilanz

Trotz der operativen Stärke bleibt ein Problem: die US-Handelspolitik. Seit Juli schützen neue EU-Importregeln den europäischen Markt. Das reicht aber nicht aus, um die US-Zölle auf Stahlprodukte auszugleichen.

Laut Analysteneinschätzungen kosten die Sonderabgaben den Konzern im laufenden Jahr einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Besonders betroffen ist die Sparte für Spezialrohre. Sie musste ihre Produktion teilweise anpassen.

Für das Geschäftsjahr 2026/27 hat der Vorstand trotzdem ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Das EBITDA soll zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro liegen. Ob das gelingt, hängt davon ab, ob die Margengewinne aus dem EU-Marktschutz die US-Belastungen übersteigen.

Der Blick nach vorn

Der nächste wichtige Termin: der Quartalsbericht für das erste Geschäftsquartal, den Voestalpine im kommenden Monat vorlegt. Er wird erste belastbare Zahlen liefern, wie stark Zollregime und Luftfahrt-Nachfrage das Ergebnis tatsächlich prägen.

Mit einem RSI von 51,3 bewegt sich die Aktie derzeit in neutralem Terrain. Weder überkauft noch unterbewertet. Entscheidend wird sein, ob der Kurs über der Marke von 44,89 Euro bleibt, dem aktuellen 50-Tage-Durchschnitt. Nur dann gilt der Ausbruch vom Donnerstag als bestätigt.

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