Voestalpine Aktie: 100 Millionen für Grünstahl in Donawitz

Voestalpine erhält Rückenwind durch Analystenaufwertung, Dividendenausschüttung und eine neue 100-Millionen-Investition in grünen Stahl.

Die Kernpunkte:
  • JPMorgan stuft Aktie auf Overweight hoch
  • Dividendenzahlung von 0,75 Euro je Anteil
  • 100 Millionen Euro für Elektrolichtbogenofen in Donawitz
  • Konzern fordert Einfrieren der CO2-Kosten

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine sorgt gleich mit mehreren Nachrichten für Bewegung: JPMorgan stuft die Aktie auf Overweight hoch und erhöht das Kursziel, an der Börse profitiert der Titel bereits von Zuversicht der Analysten. Zeitgleich überweist das Unternehmen an diesem Dienstag die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr, und im steirischen Donawitz treibt der Konzern sein Grünstahl-Projekt mit einer weiteren Millioneninvestition voran.

JPMorgan sieht mehr Potenzial

Die US-Bank hat ihr Rating für Voestalpine auf Overweight angehoben und das Kursziel nach oben geschraubt. Der Analystenkonsens sieht die Aktie im Schnitt inzwischen bei 49,45 Euro und damit rund 13 Prozent über dem zuletzt gehandelten Niveau auf Outperform-Kurs. Die Titel schlossen am Montag bei 43,50 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 1,26 Prozent zu Buche, über die vergangenen 30 Tage hat die Aktie dagegen 8,27 Prozent eingebüßt. Seit Jahresbeginn liegt Voestalpine mit 12,52 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit fast 75 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 49,22 Euro, erreicht am 25. Februar 2026, trennen die Aktie derzeit 11,62 Prozent, zum 52-Wochen-Tief bei 23,48 Euro vom 5. August 2025 beträgt der Abstand 85,26 Prozent. Der Kurs notiert damit 3,17 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 44,93 Euro, liegt aber 7,92 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 40,31 Euro. Der RSI von 49,7 signalisiert eine neutrale Marktphase ohne Überkauft- oder Überverkauft-Signale. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf 7,00 Milliarden Euro.

Dividende fließt an Aktionäre

Parallel zur Analystenaufwertung profitieren Aktionäre an diesem 14. Juli von der Dividendenzahlung für das vergangene Geschäftsjahr. Die Hauptversammlung hatte am 3. Juni 2026 eine Ausschüttung von 0,75 Euro je Aktie beschlossen, der Ex-Tag lag am 9. Juli. Bezogen auf den Kurs entspricht das einer Rendite von rund 1,72 Prozent. Voestalpine hatte im zurückliegenden Geschäftsjahr 2025/26 das Ergebnis trotz eines volatilen Branchenumfelds gesteigert – ein Fortschritt, der angesichts der anhaltenden Schwächephase in der europäischen Automobilindustrie bemerkenswert ist, da der Konzern als wichtiger Zulieferer der Branche gilt.

Grüner Stahl: Neue Millioneninvestition in Donawitz

Über die kurzfristige Kursentwicklung hinaus treibt Voestalpine sein Dekarbonisierungsprogramm Greentec Steel weiter voran. Am Standort Donawitz fließen zusätzliche 100 Millionen Euro in den Bau eines neuen Elektrolichtbogenofens, der mit Grünstrom betrieben werden soll. Die Anlage soll 2027 den Betrieb aufnehmen und zunächst 850.000 Tonnen CO2-reduzierten Stahl produzieren, bis 2030 ist ein Ausbau auf 1,5 Millionen Tonnen geplant. Gegenüber dem Referenzjahr 2019 sollen die Emissionen um 90 Prozent sinken. Der bestehende Hochofen am Standort soll 2029 stillgelegt werden, der Baubeginn für die neue Anlage ist für den Herbst 2026 vorgesehen. Voestalpine sichert mit dem Projekt nach eigenen Angaben mehr als 5.000 Arbeitsplätze am Standort.

Widerstand gegen steigende CO2-Kosten

Die Investitionen in grünen Stahl gehen einher mit politischem Engagement des Konzerns beim Thema Emissionshandel. Gemeinsam mit ArcelorMittal und Thyssenkrupp fordert Voestalpine, die Kosten aus dem europäischen Emissionshandelssystem einzufrieren, solange die notwendige Infrastruktur für grünen Stahl noch nicht steht. Das Unternehmen betont, die eigene Dekarbonisierung liege im Plan, die dafür nötige Infrastruktur – etwa ausreichend grüner Wasserstoff und Strom – fehle jedoch vielerorts noch. Auf der Gegenseite pochen Stahlhersteller wie SSAB und Outokumpu auf den Erhalt der Integrität des Emissionshandelssystems. Der Interessenkonflikt dürfte die Branche in den kommenden Monaten weiter beschäftigen, während Voestalpine mit der frischen Analystenzuversicht und der laufenden Dividendenzahlung zumindest an der Börse Rückenwind erhält.

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