Voestalpine Aktie: 138 Prozent Gewinnsprung
Trotz Gewinnsprung und sinkender Schulden reagieren Anleger mit Verkäufen auf die starke Bilanz des Stahlkonzerns.

- Konzerngewinn steigt um 138 Prozent
- Nettofinanzverschuldung auf 1,3 Milliarden gesenkt
- EU verschärft Stahlschutzmaßnahmen ab Juli
- Hauptversammlung stimmt über Dividende ab
Starke Fundamentaldaten, schwache Kurse. Bei der Voestalpine klaffen Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Linzer Stahlkonzern präsentiert die beste Bilanz seit zwei Jahrzehnten. Die Anleger reagieren darauf allerdings mit Verkäufen.
Das abgelaufene Geschäftsjahr liefert beeindruckende Zahlen. Der Konzerngewinn sprang um knapp 138 Prozent auf 424 Millionen Euro. Parallel dazu senkte das Management die Nettofinanzverschuldung auf 1,3 Milliarden Euro.
Die Börse honoriert diese Entwicklung nicht. Aktuell notiert das Papier bei 42,52 Euro. Auf Wochensicht verliert der Titel damit rund fünf Prozent. Der Kurs rutschte zuletzt unter den vielbeachteten 50-Tage-Durchschnitt.
Rückenwind aus Brüssel
Ein Grund für langfristigen Optimismus liegt im regulatorischen Umfeld. Ab Juli greifen verschärfte Stahlschutzmaßnahmen der Europäischen Union. Diese reduzieren die zollfreien Importquoten um fast die Hälfte.
Das mindert den Preisdruck durch asiatische Billigimporte erheblich. Hinzu kommt das Milliardenprojekt zur Dekarbonisierung. Voestalpine investiert massiv in neue Elektrolichtbogenöfen für eine klimaneutrale Produktion. Rund 60 Prozent dieses Budgets sind bereits vertraglich gebunden.
Dividende im Fokus
Für Aktionäre rückt nun der Juli in den Fokus. Auf der ordentlichen Hauptversammlung stimmt das Gremium über eine höhere Gewinnbeteiligung ab. Das Management schlägt eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie vor.
Wer mitentscheiden will, muss sich beeilen. Die Frist für die nötige Depotbestätigung läuft Ende dieser Woche ab. Marktbeobachter warten derweil auf die Aussagen des Vorstands zur allgemeinen Industriekonjunktur.
Analysten bleiben uneins
Technisch nähert sich die Aktie mit einem RSI von 38,9 dem überverkauften Bereich. Die Expertenmeinungen gehen derweil auseinander. Die Deutsche Bank sieht das Kursziel optimistisch bei 60,00 Euro.
Oddo BHF stuft das Papier dagegen nur auf „Neutral“ ein. Die Analysten sehen den fairen Wert bei 46,00 Euro. Die anhaltende konjunkturelle Unsicherheit bremst die Aktie derzeit aus. Ein Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt von knapp 45 Euro würde das Chartbild wieder aufhellen.
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