Voestalpine Aktie: 14 Prozent Minus trotz Airbus-Aufträge

Voestalpine sichert sich milliardenschwere Airbus-Aufträge, während die Aktie unter Druck bleibt. US-Zölle belasten, Europa gibt Hoffnung.

Die Kernpunkte:
  • Milliardenaufträge von Airbus erhalten
  • Aktie verliert trotzdem deutlich
  • US-Zölle belasten die Produktion
  • Europäischer Stahlverbrauch soll steigen

Milliarden-Aufträge von Airbus, eine frisch renovierte Ausstellung für 20 Millionen Euro — und trotzdem verliert die Voestalpine-Aktie innerhalb eines Monats fast 14 Prozent. Der Kontrast zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung ist derzeit kaum zu übersehen.

Airbus-Aufträge stützen die Prognose

Voestalpine hat im Luftfahrtsektor Materialbestellungen im Milliardenwert von Airbus gesichert. Das gibt dem Management Rückenwind für seine EBITDA-Prognose von 1,60 bis 1,85 Milliarden Euro für das laufende Geschäftsjahr.

Parallel dazu hat der Konzern am Standort Linz eine modernisierte „Stahlwelt“ eröffnet. Die Ausstellung kostete 20 Millionen Euro und soll Voestalpines Anspruch unterstreichen, die Dekarbonisierung der Stahlindustrie anzuführen. Mit Blick auf den Carbon Border Adjustment Mechanism der EU ist das kein rein symbolischer Schritt.

US-Zölle belasten, Europa gibt Hoffnung

Das Marktumfeld bleibt schwierig. US-Einfuhrzölle verursachen erhebliche Mehrkosten und zwangen Voestalpine bereits, die Produktion in der Spezialrohr-Sparte in Kindberg zu drosseln. Das ist ein konkreter operativer Schaden — kein abstrakter Handelsstreit.

Für 2026 prognostiziert der Branchenverband Eurofer einen europäischen Stahlverbrauch, der um rund fünf Prozent wächst. Das wäre ein willkommener Gegenwind.

Technische Lage: RSI signalisiert Stabilisierung

Die Aktie schloss am Freitag bei 41,70 Euro — rund sieben Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 44,98 Euro. Über 30 Tage hat das Papier 13,70 Prozent verloren und notiert damit unter beiden kurzfristigen gleitenden Durchschnitten.

Der RSI liegt bei 36,2 und nähert sich damit der überverkauften Zone. Das allein ist kein Kaufsignal, deutet aber darauf hin, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Auf Jahressicht steht die Aktie noch immer rund 74 Prozent im Plus.

Den nächsten konkreten Orientierungspunkt liefert der 5. August 2026: Dann veröffentlicht Voestalpine die Zahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres. Erst dann zeigt sich, ob die Airbus-Aufträge und die Eurofer-Prognose in harten Zahlen ankommen.

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