Voestalpine Aktie: 230 Millionen CO2-Kosten
Voestalpine warnt vor steigenden CO₂-Kosten durch EU-Klimapolitik. Das Milliardenprojekt Greentec Steel bleibt trotzdem auf Kurs.

- CEO Eibensteiner fordert EU-Nachbesserungen
- CO₂-Kosten könnten auf Milliarden steigen
- Greentec Steel: 60 Prozent investiert
- EBIT stieg um 59 Prozent im Vorjahr
Die Voestalpine-Aktie gab am Freitag knapp vier Prozent nach und schloss bei 46,86 Euro. Auf Jahressicht hat sich der Kurs fast verdoppelt – ein Plus von rund 100 Prozent. Der Rücksetzer folgt auf den veröffentlichten Geschäftsbericht. Und auf eine deutliche Botschaft von Konzernchef Herbert Eibensteiner an Brüssel.
Eibensteiner warnt vor Kostenexplosion
Der CEO fordert von der EU Nachbesserungen in der Klimapolitik. Konkret: Die Industrie brauche weiter kostenlose CO₂-Zertifikate. Die versprochenen Rahmenbedingungen für das Auslaufen der Gratiszuteilung bis 2034 fehlten noch.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Voestalpine?
Der Hintergrund ist handfest. Allein im laufenden Jahr kosteten die Verschmutzungsrechte den Stahlkonzern 230 Millionen Euro. Würden die Freizertifikate wie geplant abgeschmolzen, vervielfachen sich diese Kosten. Bis 2030 kämen zusätzlich ein bis zwei Milliarden Euro auf Voestalpine zu – nur für steigende Zertifikatebedarf.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Eibensteiner pocht auf eine Reform des europäischen Strommarkts. Heimische Unternehmen zahlten ein Vielfaches der Energiepreise ihrer US-Wettbewerber. Als Beispiel nannte er das Merit-Order-Prinzip: Das teuerste Kraftwerk bestimmt den Preis für den gesamten gehandelten Strom.
Milliardenprojekt läuft planmäßig
Das Herzstück der Konzernstrategie bleibt auf Kurs. Das Programm „greentec steel“ sieht zwei strombetriebene Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz vor. 60 Prozent des Investitionsvolumens von 1,5 Milliarden Euro sind bereits umgesetzt.
Der erste Ofen soll im Februar 2027 starten. Das Ziel: eine CO₂-Reduktion von knapp vier Millionen Tonnen jährlich bis 2029 – rund 30 Prozent der weltweiten Konzern-Emissionen.
Die Kosten für dieses Projekt sind fix. Ob die erhoffte Entlastung durch die EU kommt, ist offen.
Starke Zahlen, weiter Ausblick
Das vergangene Geschäftsjahr lief operativ solide. Das EBIT stieg von 455 auf 724 Millionen Euro – ein Plus von 59 Prozent. Das EBITDA wuchs von 1,3 auf 1,5 Milliarden Euro.
Der Ausblick für das laufende Jahr fällt verhaltener aus. Der Vorstand peilt ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro an. Die Spanne ist weit. Analysten der Erste Group merkten an: Darin steckt ein Sondereffekt von rund 100 Millionen Euro aus dem Verkauf der Tochter Böhler Profil. Ohne diesen bliebe die Prognose hinter den Erwartungen zurück.
Importquoten als Rückenwind
Ab 1. Juli greifen neue EU-Regeln. Die zollfreien Importquoten für Stahl sinken um 47 Prozent auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr. Wer darüber liefert, zahlt künftig 50 Prozent Strafzoll – doppelt so viel wie bisher.
Parallel dazu belastet der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) importierten Stahl aus Drittländern mit Zertifikatskosten von 40 bis 70 Euro je Tonne. Für Voestalpine verringert das den Druck durch günstigere Anbieter.
Die Aktie notiert mit einem RSI von 54,6 in neutralem Terrain – rund 7,5 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 43,58 Euro.
Am 1. Juli 2026 findet die Hauptversammlung statt. Vorbehaltlich ihrer Zustimmung soll die Dividende von 60 auf 75 Cent je Aktie steigen. Der Spagat zwischen dem Milliardenprojekt, steigenden CO₂-Kosten und dem erhofften EU-Handelsschutz dürfte die Diskussion bestimmen.
Voestalpine-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Voestalpine-Analyse vom 6. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Voestalpine-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Voestalpine-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Voestalpine: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




