Voestalpine Aktie: 470-Millionen-Auftrag für Rail Baltica

Voestalpine errichtet eine kanadische Produktionsstätte und meldet weitere Bahnaufträge. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn 21 Prozent im Plus.

Die Kernpunkte:
  • Neuer Standort in Thorold, Ontario
  • Liefervereinbarung mit Canadian National Railway
  • Rail-Baltica-Auftrag über 470 Millionen Euro
  • Aktie seit Jahresbeginn 21 Prozent höher

Voestalpine baut seine internationale Präsenz in der Schienentechnik weiter aus. Ende August gab die Sparte Railway Systems den Bau einer neuen Produktionsstätte für Weichen- und Schienenkomponenten im kanadischen Thorold, Ontario, bekannt.

Flankiert wird die Investition von einem langfristigen Liefervertrag mit der Canadian National Railway. Der Schritt markiert den vorläufigen Höhepunkt einer Serie von Aufträgen, die die Bahntechnik-Sparte des österreichischen Stahl- und Technologiekonzerns in den vergangenen Monaten eingesammelt hat.

Nordamerika als neuer Wachstumsmarkt

Mit dem Werk in Thorold positioniert sich Voestalpine direkt im nordamerikanischen Schienennetz und sichert sich über den Liefervertrag mit einem der größten Eisenbahnbetreiber Kanadas verlässliche Abnahmemengen.

Die Expansion fügt sich in eine Strategie, die zuletzt bereits mit dem Rahmenvertrag für die Rail-Baltica-Strecke sichtbar wurde: Mitte Juni hatte sich der Konzern einen Auftrag über rund 470 Millionen Euro für bis zu 1.000 Hochgeschwindigkeits- und Normalgeschwindigkeitsweichen samt Überwachungstechnologie gesichert. Die Produktion für dieses Projekt läuft an den Standorten in Litauen und Lettland, erste Prototypen sind für 2027 geplant.

Die Häufung solcher Aufträge deutet darauf hin, dass Railway Systems zu einer tragenden Säule im Konzerngefüge wird – neben dem klassischen Stahlgeschäft und der Hochleistungsmetall-Sparte, die im April mit einem Aerospace-Auftrag von rund einer Milliarde Euro über fünf Jahre von Airbus für Aufsehen gesorgt hatte.

Bühne für die Sparte auf der InnoTrans

Kommende Woche, vom 22. bis 25. September, präsentiert Voestalpine Railway Systems seine Produkthighlights auf der InnoTrans in Berlin, einer der wichtigsten Fachmessen der Bahnbranche. Der Auftritt dürfte dem Unternehmen Gelegenheit bieten, die jüngsten Vertragsabschlüsse aus Kanada und dem Baltikum einem internationalen Fachpublikum vorzustellen und weitere Anschlussgeschäfte anzubahnen.

Parallel dazu treibt der Konzern seine Dekarbonisierungsstrategie greentec steel voran: Die neuen Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz sollen im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen, nachdem der Aufsichtsrat eine Erweiterungsinvestition von rund 100 Millionen Euro für den Standort Donawitz freigegeben hatte.

Kursentwicklung spiegelt operative Stabilisierung

An der Börse hat sich die Aktie seit dem Tief von 28,60 Euro im vergangenen September deutlich erholt und notiert inzwischen rund 60 Prozent darüber. Der Schlusskurs von 45,74 Euro am Mittwoch liegt gut sieben Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,22 Euro, das Ende Februar erreicht wurde.

Mit einem Plus von 21 Prozent seit Jahresbeginn gehört das Papier zu den Titeln, die von der Kombination aus operativer Erholung und einer Serie strategischer Aufträge profitieren. Der nächste Termin im Finanzkalender ist für den 11. November angesetzt.

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