Voestalpine Aktie: Deutsche Bank erhöht Kursziel auf 57 Euro

Die EU kappt die zollfreie Stahlimportmenge drastisch, was heimischen Herstellern wie Voestalpine Rückenwind verleiht.

Die Kernpunkte:
  • EU senkt zollfreie Importmenge um 47 Prozent
  • Voestalpine profitiert von weniger Billigkonkurrenz
  • Deutsche Bank bestätigt Kaufempfehlung mit Kursziel 57 Euro
  • Jahresbericht am 3. Juni erwartet

Die Europäische Union schottet ihren Stahlmarkt weiter ab. Das Parlament hat die zollfreie Importmenge für Stahl um fast die Hälfte gekappt – für heimische Hersteller wie Voestalpine ein struktureller Rückenwind. Der Konzern steht ohnehin kurz vor der Bilanzvorlage am 3. Juni.

Importregeln massiv verschärft

Künftig dürfen nur noch 18,3 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr zollfrei in die EU eingeführt werden – ein Minus von 47 Prozent. Lieferungen oberhalb dieser Schwelle werden mit einem Strafzoll von 50 Prozent belegt. Betroffen sind vor allem Importe aus China, Indien und der Türkei.

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Hinzu kommt eine strengere Herkunftsregel: Das Prinzip „Melt and Pour“ verlangt den Nachweis, in welchem Land der Stahl ursprünglich geschmolzen und gegossen wurde. Damit sollen Umgehungen über Drittländer unterbunden werden.

Entlastung für Qualitätshersteller

Für einen Spezialisten wie Voestalpine bedeutet das weniger Druck von Billigimporten. Der Konzern hatte in den vergangenen Jahren unter dem aggressiven Preiswettbewerb aus Asien gelitten. Die Verknappung zollfreier Importe dürfte die Margen im europäischen Kerngeschäft stabilisieren.

Parallel dazu gewinnt das EU-Grenzausgleichssystem CBAM an Fahrt. Es ersetzt schrittweise die kostenlosen Emissionszertifikate und verteuert Importe ohne CO₂-Bepreisung – ein zusätzlicher Wettbewerbsvorteil für europäische Hersteller.

Deutsche Bank sieht Aufwärtspotenzial

Analytisch untermauert wird die positive Perspektive. Deutsche Bank Research bestätigte am 22. Mai die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 57 Euro. Die Analysten erwarten für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Gewinn je Aktie von 2,19 Euro, der bis 2027/28 auf 5,62 Euro steigen soll. Gestützt werde die Entwicklung durch eine starke Cash-Generation und solide Geschäfte in den Divisionen Stahl und Metallbau.

Kurs nahe Jahreshoch – aber technisch überkauft

An der Börse zeigt sich der Titel zuletzt robust. Am Montag legte die Aktie um 2,91 Prozent auf 47,36 Euro zu, am Dienstag gab sie leicht auf 47,32 Euro nach. Das 52-Wochen-Hoch von 49,10 Euro ist nur 3,6 Prozent entfernt. Der RSI von 82,4 Punkten signalisiert allerdings eine überkaufte Marktlage – kurzfristige Rücksetzer sind nicht ausgeschlossen.

Am 3. Juni legt Voestalpine den vollständigen Jahresbericht vor. Das Management hatte zuletzt eine EBITDA-Spanne von 1,4 bis 1,55 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Ob die stabile Nachfrage aus Bahninfrastruktur, Luftfahrt und Lagertechnik dieses Ziel erreicht hat, wird sich dann zeigen.

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