Voestalpine Aktie: Deutsche Bank hebt Kursziel auf 63 Euro
Voestalpine hält an der EBITDA-Spanne von 1,6 bis 1,85 Milliarden Euro fest, während US-Handelshemmnisse und höhere Stahlpreise den Ausblick prägen.

- EBITDA-Zielspanne bleibt unverändert
- Stahlpreise sollen um 100 Euro steigen
- US-Behörde verhängt vorläufigen Subventionssatz
- Deutsche Bank hebt Kursziel auf 63 Euro
Die Unternehmensführung der Voestalpine blickt trotz eines herausfordernden Marktumfelds optimistisch auf die zweite Jahreshälfte des laufenden Fiskaljahres. In einem Gespräch mit Investoren am Montag bekräftigte das Management die bestehende Gewinnprognose.
Für das Geschäftsjahr 2026/27 wird weiterhin ein operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) in einer Spanne von 1,6 Milliarden Euro bis 1,85 Milliarden Euro erwartet. Besonders die Aussicht auf steigende Preise im Stahlsegment stützt diese Zuversicht: Das Management rechnet bis zum Ende des Fiskaljahres mit einem Preisauftrieb von rund 100 Euro je Tonne.
Regulatorische Faktoren stützen die Marktentwicklung
Für die Stabilisierung der europäischen Stahlmärkte spielen regulatorische Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Das Unternehmen verwies hierbei auf die EU-Schutzmaßnahmen (Safeguards) sowie das Grenzausgleichssystem CBAM. Diese Instrumente sollen dazu beitragen, den europäischen Markt in der zweiten Jahreshälfte zu festigen und faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber Importen aus Drittstaaten zu sichern.
Im deutschen Handel gab der Kurs der Voestalpine-Aktie am Freitag um 1,0 Prozent nach und schloss bei 44,26 Euro. Damit liegt das Papier aktuell rund 1,8 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Trotz der jüngsten Schwankungen weist der Wert seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 17 Prozent auf.
Handelshemmnisse im US-Geschäft
Während die Prognosen für Europa stabil bleiben, sieht sich der Konzern in Nordamerika mit neuen handelspolitischen Hürden konfrontiert. Medienberichten zufolge belegte das US-Handelsministerium die Tochtergesellschaft Voestalpine Tubulars am Mittwoch in einer vorläufigen Entscheidung mit einem Subventionssatz von 10,17 Prozent.
Betroffen sind nahtlose Rohre für den Öl- und Gassektor (OCTG). Ein endgültiges Urteil in diesem Verfahren sowie die Entscheidung über mögliche Antidumping-Zölle werden bis spätestens 12. Januar 2027 erwartet.
Flankierend dazu arbeitet der Konzern an der Absicherung seiner Logistikketten in Europa. Um den Rohstofffluss vom Hafen Koper zu den österreichischen Standorten in Linz und Donawitz trotz zahlreicher Baustellen zu gewährleisten, koordiniert das Unternehmen die Frachtkapazitäten eng mit der ÖBB Rail Cargo Group und dem slowenischen Partner SŽ-Tovorni promet.
Analysten heben das Kursziel an
Positive Signale kamen zuletzt von der Analystenseite. Die Experten der Deutschen Bank hoben in einer Sektorstudie am 4. September ihr Kursziel für die Aktie von 60 Euro auf 63 Euro an und bestätigten ihre Kaufempfehlung. Sie begründeten diesen Schritt mit der relativen Stärke des Unternehmens innerhalb des europäischen Stahlsektors.
Zukünftige Wachstumsimpulse erwartet der Konzern zudem aus dem Bahninfrastruktur-Geschäft. Nachdem vor rund zwei Wochen der Bau eines neuen Werks für Weichenkomponenten im kanadischen Thorold angekündigt wurde, soll diese Produktion bis zum Herbst 2027 schrittweise hochgefahren werden.
Ein wichtiger Abnehmer vor Ort ist Canadian National, mit denen eine langfristige Liefervereinbarung besteht. Neue technologische Entwicklungen in diesem Bereich plant die Sparte Voestalpine Railway Systems zudem auf der Fachmesse InnoTrans zu präsentieren, die vom 22. bis 25. September in Berlin stattfindet.
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