Voestalpine Aktie: Dividende um 25 Prozent erhöht
Voestalpine steigert Jahresgewinn um 138 Prozent und erhöht Dividende auf 75 Cent. Neue Ausschüttungspolitik und Dekarbonisierung treiben Kurs.

- Gewinn fast verdreifacht auf 424 Mio. Euro
- Dividende steigt von 60 auf 75 Cent
- Neue Politik: 30 Prozent Gewinnausschüttung
- Elektrolichtbogenöfen ab Herbst 2026
Voestalpine verdoppelt seinen Aktienkurs innerhalb eines Jahres — und schüttet jetzt deutlich mehr aus. Der Linzer Stahlkonzern geht mit einem stark verbesserten Jahresergebnis in die Hauptversammlung am 1. Juli 2026 und hebt die Dividende auf 75 Cent je Aktie an.
Gewinn fast verdreifacht, Schulden auf Rekordtief
Das Geschäftsjahr 2025/26 verlief trotz Gegenwind besser als erwartet. Der Konzerngewinn stieg um 138 Prozent auf 424 Millionen Euro. Das EBIT kletterte um 59 Prozent auf 724 Millionen Euro. Der Umsatz sank leicht von 15,7 auf 15,1 Milliarden Euro — belastet unter anderem durch US-Zölle von 50 Prozent auf Stahl, die seit Juni 2025 gelten und das Ergebnis im hohen zweistelligen Millionen-Bereich kosteten.
Besonders stark: die Bilanz. Die Nettofinanzverschuldung sank um 23 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro — der niedrigste Stand seit 20 Jahren. Das Eigenkapital beträgt 7,8 Milliarden Euro.
Dividende auf 75 Cent angehoben
Das Ergebnis erlaubt eine höhere Ausschüttung. Der Vorstand schlägt vor, die Dividende von 60 auf 75 Cent je Aktie zu erhöhen — ein Plus von 25 Prozent. Die Hauptversammlung muss am 1. Juli zustimmen.
Hinter dem Anstieg steckt eine neue Dividendenpolitik: Ab diesem Geschäftsjahr schüttet Voestalpine 30 Prozent des Gewinns je Aktie aus, sofern das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu EBITDA unter 2,0 liegt. Eine Mindestdividende von 0,40 Euro je Aktie gilt unabhängig davon als Untergrenze.
Für Aktionäre, die abstimmen oder die Dividende erhalten wollen, läuft die Zeit ab. Nachweisstichtag ist der 21. Juni 2026. Die Aktie muss spätestens am 8. Juli im Depot liegen — ab dem 9. Juli wird sie ex Dividende gehandelt.
Elektrolichtbogenöfen kommen im Herbst
Für 2026/27 erwartet der Vorstand ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro. Das wäre ein weiterer Anstieg gegenüber den 1,5 Milliarden Euro im abgelaufenen Jahr.
Das Dekarbonisierungsprogramm greentec steel läuft planmäßig. An den Standorten Linz und Donawitz stehen die Hallen für die neuen Elektrolichtbogenöfen. Die Kernaggregate werden im Herbst 2026 geliefert, beide Öfen sollen im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen. Im Luftfahrtbereich sicherte sich der Konzern Aufträge von rund 1 Milliarde Euro für die nächsten fünf Jahre — ein Großteil davon von Airbus.
Die Aktie schloss am Freitag bei 46,48 Euro und liegt auf Jahressicht rund 105 Prozent im Plus. Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 49,22 Euro fehlen noch knapp 6 Prozent.
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