Voestalpine Aktie: Donawitz wird elektrisch
Trotz ambitionierter Elektrifizierungspläne und neuer EU-Zollregeln verliert die Voestalpine-Aktie an Wert.

- Elektrifizierung von Donawitz vorgestellt
- EU verschärft Stahlimportregeln ab Juli
- Analysten sehen Kurspotenzial als ausgereizt
- Dividendenvorschlag steigt um 25 Prozent
Voestalpine hat große Pläne — und trotzdem gibt die Aktie nach. Während der Konzern am Donnerstag konkrete Schritte zur vollständigen Elektrifizierung seines Werks in Donawitz vorstellte, verliert der Kurs am Freitag rund 2,5 Prozent auf 43,72 Euro.
Donawitz wird grün
Der neue Elektrolichtbogenofen in Donawitz soll im Herbst 2026 in den Probebetrieb gehen. Die offizielle Inbetriebnahme plant Voestalpine für das erste Halbjahr 2027. Bis 2030 will das Unternehmen den Standort vollständig auf grünstrombasierte Stahlproduktion umstellen — ein Hochofen wird bereits 2029 stillgelegt.
Für diesen letzten Schritt investiert Voestalpine rund 100 Millionen Euro zusätzlich. Das Geld fließt in das konzernweite „greentec steel“-Programm, für das bereits rund 60 Prozent des geplanten Gesamtvolumens von 1,5 Milliarden Euro investiert oder gebunden sind.
Neue EU-Regeln als Rückenwind
Ab dem 1. Juli 2026 verschärft die EU ihre Importschutzregelungen für Stahl deutlich. Die zollfreien Einfuhrkontingente sinken auf 18,3 Millionen Tonnen jährlich — ein Rückgang von knapp 50 Prozent. Wer darüber hinaus Stahl in die EU liefert, zahlt künftig 50 Prozent Zoll statt bisher 25 Prozent.
Analysten sehen darin eine strukturelle Stütze für europäische Qualitätshersteller. Der Preisdruck durch asiatische Billigimporte dürfte spürbar nachlassen — ein klarer Vorteil für Produzenten wie Voestalpine.
Kursrally eingepreist
Allerdings haben UBS und Morgan Stanley den Titel zuletzt auf „Neutral“ beziehungsweise „Equal-Weight“ abgestuft. Ihre Begründung: Nach einer Kursrally von fast 97 Prozent in zwölf Monaten seien die guten Nachrichten weitgehend eingepreist. Das gilt laut den Analysten auch für die solide Bilanz und den hohen Cashflow.
Der RSI liegt bei 41,9 — weder überkauft noch überverkauft. Vom 52-Wochen-Hoch bei 49,22 Euro ist die Aktie rund 11 Prozent entfernt.
Dividende und Hauptversammlung
Für Aktionäre rückt ein konkreter Termin näher. Am Sonntag, den 21. Juni, endet die Registrierungsfrist für die Hauptversammlung am 1. Juli. Dort stimmen die Aktionäre über eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie ab — 25 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Basis dafür liefert das Geschäftsjahr 2025/26: Voestalpine hat seinen Gewinn auf 424 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Bei Zustimmung der Aktionäre wird die Aktie voraussichtlich am 9. Juli ex Dividende gehandelt.
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