Voestalpine Aktie: EBIT steigt auf 724 Millionen

Voestalpine steigert EBIT um 59 Prozent und senkt Schulden auf 20-Jahres-Tief. Dekarbonisierung läuft planmäßig.

Die Kernpunkte:
  • EBIT steigt auf 724 Millionen Euro
  • Schuldenstand auf niedrigstem Niveau seit 2005
  • Greentec-Programm zu 60 Prozent umgesetzt
  • Ausblick: EBITDA-Ziel auf 1,85 Milliarden angehoben

Der Stahlkonzern Voestalpine liefert ein bemerkenswertes Ergebnis — und das mitten in einer teuren Transformation. Das EBIT kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 um 59 Prozent auf 724 Millionen Euro. Gleichzeitig sinkt die Verschuldung auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren.

Greentec Steel: 60 Prozent investiert, Lieferung im Herbst

Das 1,5-Milliarden-Euro-Dekarbonisierungsprogramm läuft planmäßig. An den Standorten Linz und Donawitz stehen die Hallen für die neuen Elektrolichtbogenöfen. Die Kernaggregate liefern die Zulieferer im Herbst 2026. Im ersten Halbjahr 2027 sollen beide Öfen in Betrieb gehen.

Rund 60 Prozent des Budgets hat Voestalpine bereits ausgegeben. Täglich arbeiten 750 Personen auf der Baustelle — über 90 Prozent der Zulieferer kommen aus Österreich. Bis 2029 will der Konzern damit 30 Prozent seiner CO₂-Emissionen gegenüber 2019 einsparen. Das entspricht fast 5 Prozent der jährlichen Gesamtemissionen Österreichs.

Das Management benennt einen strukturellen Engpass offen: Leistungsfähige Strom- und Wasserstoffnetze zu wettbewerbsfähigen Preisen fehlen.

Schulden auf tiefstem Stand seit 2005

Die Finanzierungsbasis für den Umbau ist solide. Die Nettofinanzverschuldung sank um 23,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro per 31. März 2026. Die Gearing Ratio fiel auf 16,2 Prozent — den niedrigsten Wert seit dem Geschäftsjahr 2005/06.

Der Umsatz ging um 4,3 Prozent auf 15,10 Milliarden Euro zurück. Belastend wirken die US-Stahltarife: Voestalpine beziffert den Ergebniseffekt auf 60 bis 80 Millionen Euro. Spezialrohre treffen Abgaben von bis zu 50 Prozent besonders hart.

Ausblick: EBITDA-Ziel angehoben, 1. Juli als Schlüsseltag

Für 2026/27 erwartet der Vorstand ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro. Rückenwind kommt von zwei Seiten: Der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) ist seit Jahresbeginn in Kraft. Die EU-Post-Safeguard-Maßnahmen sollen bis Sommer 2026 folgen. Beide Instrumente sollen europäische Stahlhersteller vor günstigeren Importen schützen.

Der 1. Juli wird zum Doppeltermin. Die Hauptversammlung stimmt über eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie ab. Am selben Tag tritt das neue EU-Schutzsystem in Kraft.

Auf der Auftragseite sicherte sich Voestalpine Luft- und Raumfahrtverträge von rund einer Milliarde Euro über fünf Jahre — ein Großteil davon von Airbus. Hinzu kommen Eisenbahnaufträge von Deutscher Bahn und Schweizerischen Bundesbahnen im Umfang von 500 Millionen Euro.

Die Aktie gibt heute 2,05 Prozent nach und notiert bei 44,86 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von gut 16 Prozent zu Buche — der Kurs liegt klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 38,80 Euro.

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