Voestalpine Aktie: EBITDA springt auf 1,5 Milliarden Euro

Voestalpine erhöht Dividende um 25 Prozent und bestätigt Transformationskurs. Strengere EU-Stahlimportregeln könnten den Wettbewerb entlasten.

Die Kernpunkte:
  • Dividende steigt auf 0,75 Euro je Aktie
  • EBITDA klettert auf 1,5 Milliarden Euro
  • Greentec-Öfen starten 2027
  • EU verschärft Stahlimportkontingente

Voestalpine zahlt für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025/26 eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie aus – ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Ex-Dividenden-Tag lag am 9. Juli, der Nachweisstichtag folgte am 10. Juli, die Auszahlung selbst erfolgte am 14. Juli. Der österreichische Stahl- und Technologiekonzern untermauert damit den Rückenwind, den die zuvor veröffentlichten Jahreszahlen dem Unternehmen verschafft haben.

Deutliches Ergebnisplus im abgelaufenen Geschäftsjahr

Voestalpine hatte Anfang Juni die geprüften Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/26 mit Stichtag 31. März 2026 vorgelegt. Das operative Ergebnis (EBITDA) kletterte auf 1,5 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Das EBIT lag bei 724 Millionen Euro, der Umsatz erreichte 15,1 Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 stellt der Konzern ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro in Aussicht – eine Bandbreite, die auf eine fortgesetzte Erholung der operativen Marge hindeutet. Wie belastbar diese Prognose ist, dürfte sich mit den Zahlen zum ersten Quartal zeigen, die für den 5. August terminiert sind.

Greentec Steel bleibt im Zeitplan, EU verschärft Stahlschutz

Auf der 34. ordentlichen Hauptversammlung Anfang Juli bestätigte Voestalpine den Zeitplan für das Transformationsprojekt „greentec steel“. Die Elektrolichtbogenöfen an den Standorten Linz und Donawitz sollen demnach im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen und den Konzern schrittweise von der klassischen Hochofenroute wegführen. Parallel dazu hat sich das regulatorische Umfeld verschärft: Seit dem 1. Juli gelten in der Europäischen Union strengere Stahlschutzmaßnahmen. Die zollfreien Importkontingente wurden auf rund 18,3 Millionen Tonnen jährlich reduziert, Übermengen werden nun mit 50 Prozent statt zuvor 25 Prozent verzollt. Für einen europäischen Stahlerzeuger wie Voestalpine kann das den Wettbewerbsdruck durch günstigere Importe dämpfen, sofern die Kontingente tatsächlich knapp gehalten werden.

Ergänzend zur operativen Ausrichtung investierte der Konzern rund 20 Millionen Euro in die Modernisierung der „voestalpine Stahlwelt“ in Linz, die nach 23-monatiger Umbauphase Ende Juni wiedereröffnet wurde. Das Besucherzentrum dient vor allem der Außendarstellung des Konzerns, hat aber keinen unmittelbaren operativen Effekt.

Kursbild: Rekordlauf trifft auf Konsolidierung

An der Börse hat sich der starke Jahresverlauf zuletzt etwas beruhigt. Die Aktie schloss am Freitag bei 44,94 Euro und liegt damit rund 8,70 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 49,22 Euro, das Ende Februar markiert wurde. Auf Zwölfmonatssicht steht dennoch ein Plus von 83,58 Prozent zu Buche – ein Wertzuwachs, der die Erholung von den Tiefstständen der Stahlbranche im vergangenen Sommer widerspiegelt. Der Titel bewegt sich derzeit nahezu exakt auf Höhe seines 50-Tage-Durchschnitts von 44,91 Euro, was auf eine Verschnaufpause nach dem kräftigen Anstieg der Vormonate hindeutet.

Die Kombination aus höherer Dividende, verbesserter Ergebnislage und einem verschärften europäischen Grenzschutz für Stahlimporte liefert Argumente für Anleger, die auf eine fortgesetzte Erholung des Konzerns setzen. Ob die für August anstehenden Quartalszahlen diesen Trend bestätigen, wird sich zeigen – die Guidance für das laufende Geschäftsjahr gibt dafür bereits einen Orientierungsrahmen vor.

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