Voestalpine Aktie: Elektrolichtbogenofen in Linz präsentiert

Voestalpine treibt mit Elektrolichtbogenofen und Hy4Smelt die Dekarbonisierung voran, während Umsatz und EBITDA im ersten Quartal zulegen.

Die Kernpunkte:
  • Neuer Elektrolichtbogenofen in Linz präsentiert
  • Greentec Steel umfasst 1,5 Milliarden Euro
  • Hy4Smelt-Bauarbeiten seit September 2025
  • EBITDA steigt auf 495 Millionen Euro

Voestalpine hat am Wochenbeginn einen neuen Elektrolichtbogenofen am Werksgelände in Linz präsentiert. Die Anlage soll ab 2027 zur Produktion von „grünem“ Stahl beitragen und den CO2-Ausstoß deutlich senken. Die Aktie reagierte am Dienstag mit einem Plus von 2,0 Prozent auf 44,94 Euro.

Meilenstein für das Transformationsprogramm

Der Elektrolichtbogenofen ist Teil des Programms „Greentec Steel“, das mit einem Gesamtvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro als größtes Klimaschutzprogramm Österreichs gilt.

Die Präsentation in Linz markiert einen sichtbaren Fortschritt für ein Vorhaben, das Voestalpine seit Jahren als zentralen Baustein seiner Zukunftsstrategie kommuniziert. Für Anleger ist das ein Signal, dass die Umstellung von der klassischen Hochofenroute auf klimafreundlichere Produktionsverfahren planmäßig Fahrt aufnimmt.

Parallel dazu macht Voestalpine bei einem zweiten Zukunftsprojekt Fortschritte: Die Hy4Smelt-Demonstrationsanlage für wasserstoffbasierte Stahlproduktion mit dem Ziel Netto-Null-Emissionen entwickelt sich nach eigenen Angaben planmäßig.

Seit September 2025 laufen die Bauarbeiten, inzwischen sind Schmelzerhalle, Mahlanlage und rund ein Kilometer Wasserstoff-Pipeline errichtet. Beide Projekte zusammen unterstreichen, dass der Konzern seine Dekarbonisierung nicht nur ankündigt, sondern auch baulich umsetzt.

Finanzielle Basis stützt die Investitionen

Dass Voestalpine sich solche kostspieligen Transformationsschritte leisten kann, liegt auch an der operativen Entwicklung der vergangenen Monate. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27, das von April bis Juni 2026 lief, stieg der Umsatz von 3,9 auf 4 Milliarden Euro.

Das EBITDA kletterte auf 495 Millionen Euro nach 361 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wobei rund 100 Millionen Euro auf Einmaleffekte entfielen. Diese solide Basis gibt dem Unternehmen finanziellen Spielraum, um Milliardenprojekte wie Greentec Steel und Hy4Smelt gleichzeitig voranzutreiben.

Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 7,64 Milliarden Euro, während sich der Kurs mit einem Abstand von 8,7 Prozent unterhalb seines 52-Wochen-Hochs von 49,22 Euro bewegt. Das zeigt: Trotz der jüngsten positiven Nachrichten ist noch Luft nach oben, sollte sich die Transformationsstrategie weiter als tragfähig erweisen.

Ausblick auf die Bahnsparte

Ergänzend zum Fokus auf die Stahlproduktion treibt Voestalpine auch die Expansion der Sparte Railway Systems voran, die zuletzt eine neue Produktionsstätte in Kanada aufgebaut hat. Diese Diversifizierung über verschiedene Geschäftsfelder hinweg dürfte helfen, konjunkturelle Schwankungen im klassischen Stahlgeschäft abzufedern, während die milliardenschweren Klimaschutzprojekte parallel weiterlaufen.

Für Investoren bleibt die zentrale Frage, ob sich die Investitionen in grünen Stahl mittelfristig in höheren Margen niederschlagen. Die aktuellen Fortschritte bei Elektrolichtbogenofen und Hy4Smelt liefern zumindest erste Hinweise, dass der Konzern seinen Zeitplan für die Umstellung einhält.

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