Voestalpine Aktie: EU-Zölle auf 50 Prozent
Verschärfte EU-Importregeln und schwache US-Daten bescheren Voestalpine einen Kurssprung. Analysten sehen Potenzial jedoch als begrenzt an.

- Kurs legt um über fünf Prozent zu
- EU senkt zollfreie Stahlimportquoten drastisch
- Schwache US-Arbeitsmarktdaten als zusätzlicher Treiber
- Analysten stufen Aktie herab trotz Rallye
Schwache US-Daten und harte europäische Zollregeln treiben die Käufer zurück zur Voestalpine-Aktie. Das Papier des Linzer Stahlkonzerns schloss am Freitag mit einem Plus von gut fünf Prozent bei 43,90 Euro. Damit macht der Kurs einen großen Teil seiner jüngsten Verluste wett.
Neues EU-Regelwerk stützt
Der Aufschwung hat handfeste Gründe. Seit Monatsbeginn gelten in der Europäischen Union deutlich strengere Regeln für Stahlimporte. Die zollfreien Einfuhrquoten fielen um die Hälfte auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr. Wer diese Grenze überschreitet, zahlt künftig 50 Prozent Zoll.
Vorher lag die Abgabe bei lediglich 25 Prozent. Diese Barriere verschafft europäischen Herstellern wie Voestalpine einen spürbaren Wettbewerbsvorteil gegen asiatische Konkurrenz. Im gleichen Schritt lieferten schwache US-Arbeitsmarktdaten neuen Rückenwind. Sie mindern die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen.
Analysten sehen Potenzial ausgeschöpft
Vor dem Kurssprung drückten vorsichtige Banken die Stimmung. Morgan Stanley stufte die Aktie auf „Equal-Weight“ ab und senkte das Kursziel auf 48 Euro. Die Experten sehen das Chance-Risiko-Profil der Österreicher inzwischen als ausgeglichen an. Das Papier handle nahe am langfristigen Bewertungsdurchschnitt.
Auch die UBS nahm das Rating auf „Neutral“ zurück. Das Kursziel hoben die Schweizer allerdings auf 50 Euro an. Ihre Begründung: Die Vorteile der EU-Handelsschutzmaßnahmen und der Bahnausbau seien bereits im Kurs eingepreist. Die operativen Geschäfte laufen derweil solide weiter.
Hohe Schwankungsbreite bleibt
Charttechnisch nähert sich der Kurs nach der Freitagsrally wichtigen Marken. Mit 43,90 Euro notiert die Aktie nur noch knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 44,86 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein ordentliches Plus von gut 13 Prozent auf der Anzeigetafel.
Eine schnelle Beruhigung ist nicht in Sicht. Die annualisierte Volatilität von fast 39 Prozent verdeutlicht die hohe Nervosität am Markt. Solange sich US-Makrodaten, EU-Zölle und Analystenskepsis überlagern, müssen Investoren mit weiteren heftigen Ausschlägen rechnen.
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