Voestalpine Aktie: JPMorgan stuft auf Overweight

JPMorgan stuft Voestalpine hoch, grüner Stahl und Rekordaufträge beflügeln die Aktie. Der Kurs steigt deutlich.

Die Kernpunkte:
  • JPMorgan hebt Einstufung auf Overweight
  • 1,5 Milliarden Euro für grünen Stahl
  • Rekordauftrag für Rail Baltica Projekt
  • Dividende um 25 Prozent gestiegen

JPMorgan dreht bei Voestalpine komplett um. Die US-Bank stufte die Aktie von „Underweight“ direkt auf „Overweight“ hoch. Das Kursziel springt von 40 auf 50 Euro. Ein Wechsel um zwei volle Stufen ist selten – und der Markt reagierte sofort.

Am Freitag schoss die Aktie um 6,01 Prozent nach oben. Der Schlusskurs lag bei 43,40 Euro. Seit Jahresanfang steht damit ein Plus von 12,26 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 69,66 Prozent.

Grüner Stahl und Milliarden-Investition

Die Kehrtwende der Analysten hat einen konkreten Auslöser: Voestalpine baut seinen Stahl klimafreundlicher um. Der Konzern investiert rund 1,5 Milliarden Euro in sein „greentec steel“-Programm. Herzstück sind zwei neue Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz.

Die Öfen sollen im ersten Halbjahr 2027 anlaufen. Rund 60 Prozent der Investitionssumme sind laut Unternehmensangaben bereits verbaut. Das Ziel: Bis 2029 will Voestalpine seine CO2-Emissionen um bis zu 30 Prozent senken und jährlich etwa 2,5 Millionen Tonnen CO2-reduzierten Stahl produzieren.

Rekordauftrag bei der Bahn

Neben der Klimastrategie liefert das Auftragsbuch handfeste Argumente. Im Juni 2026 sicherte sich Voestalpine einen Rahmenvertrag für das Rail-Baltica-Projekt. Das Volumen liegt bei über 470 Millionen Euro – der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte.

Hinzu kommen weitere Aufträge von der Deutschen Bahn und den Schweizerischen Bundesbahnen. Zusammen bringen sie rund 500 Millionen Euro. Das deutsche Infrastrukturpaket und steigende europäische Bahninvestitionen verschaffen Voestalpine hier einen strukturellen Vorteil.

Auch die Deutsche Bank bleibt bei ihrer Kaufempfehlung und nennt ein Kursziel von 60 Euro. Die Analysten erwarten einen soliden Start ins erste Quartal 2026/27. Grund dafür sind die gute operative Entwicklung und Mittelzuflüsse aus dem Verkauf des Geschäftsbereichs Böhler Profil.

Dividende gezahlt, Volatilität bleibt hoch

Am 9. Juli notierte die Aktie erstmals ex-Dividende. Die Hauptversammlung hatte am 1. Juli eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie beschlossen – ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Auszahlung folgt am 14. Juli.

Charttechnisch zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Kurs liegt 3,35 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 44,90 Euro, aber 7,81 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 40,26 Euro. Der RSI von 49,3 signalisiert eine neutrale Marktlage, die annualisierte Volatilität von 42,40 Prozent bleibt aber hoch.

Zum 52-Wochen-Hoch von 49,22 Euro, erreicht am 25. Februar, fehlen der Aktie aktuell noch 11,82 Prozent. Ob Voestalpine diese Marke erneut anläuft, dürfte maßgeblich von der für das erste Quartal 2026/27 anstehenden Berichterstattung abhängen.

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