Voestalpine Aktie: Kalt-Inbetriebnahme in Donawitz beginnt

Die Montage des Ofens ist weitgehend beendet; UBS hob ihre Einstufung auf Buy und das Kursziel auf 64 Euro an.

Die Kernpunkte:
  • Kaltprüfungen einzelner Anlagenteile laufen
  • Erste Schmelzen für 2027 vorgesehen
  • H2FUTURE-Ausbau kostet 16,4 Millionen Euro
  • UBS erhöht Kursziel auf 64 Euro

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine treibt die Dekarbonisierung seiner Produktion planmäßig voran. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, ist die Montage des neuen Elektrolichtbogenofens am Standort Donawitz größtenteils abgeschlossen. In einzelnen Teilbereichen der Anlage beginnt nun bereits die sogenannte Kalt-Inbetriebnahme, bei der die technischen Systeme ohne Hitzezufuhr auf ihre Funktionsfähigkeit getestet werden.

Für den Konzern markiert dieser Schritt eine entscheidende Etappe beim Übergang zu emissionsärmeren Fertigungsverfahren. Sobald die neue Anlage den regulären Vollbetrieb erreicht, soll sie pro Jahr rund 850.000 Tonnen CO₂-reduzierten Stahl erzeugen.

Bis dahin steht allerdings noch eine mehrstufige Test- und Anlaufphase bevor. Nach Unternehmensangaben sind die ersten Schmelzen sowohl am Standort Donawitz als auch im Werk Linz für das erste Halbjahr 2027 terminiert.

Technologischer Umbau im Zeitplan

Der Neubau in der Steiermark ist Teil eines umfassenden Investitionsprogramms, mit dem der Konzern schrittweise von der traditionellen Hochofenroute auf strombasierte Schmelzprozesse umstellt.

Neben dem Großprojekt in Donawitz investiert Voestalpine auch an anderen Standorten in vorbereitende Infrastruktur: So startete am Standort Linz gemeinsam mit dem Energieversorger VERBUND die nächste Ausbaustufe des Wasserstoff-Forschungsprojekts H2FUTURE. Diese Erweiterung, die eine Verdichtungs- und Reinigungsanlage sowie fünf Wasserstofftanks umfasst, schlägt mit 16,4 Millionen Euro zu Buche.

Solche operativen Meilensteine stoßen auch am Kapitalmarkt auf Interesse, da sie die termingerechte Transformation des Geschäftsmodells untermauern. Vorbörslich notiert die Aktie von Voestalpine heute bei 44,38 Euro, womit das Papier seit Jahresbeginn um 18 Prozent zulegen konnte. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 49,22 Euro bedeutet das aktuelle Kursniveau einen Abschlag von knapp zehn Prozent.

Positives Branchenumfeld stützt die Bewertung

Zu den unternehmenseigenen Fortschritten gesellen sich veränderte Rahmenbedingungen auf dem europäischen Markt. Medienberichten zufolge stufte die Schweizer Bank UBS die Voestalpine-Aktie am vergangenen Freitag von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und passte ihr Kursziel deutlich von 49 auf 64 Euro an.

Die Experten begründeten ihre optimistischere Haltung mit der Erwartung steigender Stahlpreise. Gleichzeitig dürfte das Angebot auf dem europäischen Heimatmarkt knapper ausfallen, da neue EU-Importquoten den Zustrom ausländischer Lieferungen dämpfen.

Zusammengenommen verschafft das verbesserte Marktumfeld Voestalpine zusätzlichen finanziellen Spielraum für die kostenintensive Umstellung der eigenen Schmelzkapazitäten bis zum geplanten Produktionsstart 2027.

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