Voestalpine Aktie: Rekordauftrag hilft nicht

Der Stahlkonzern meldet den größten Einzelauftrag seiner Geschichte, doch die Aktie verliert. Makroökonomische Sorgen und Gewinnmitnahmen nach einer starken Rallye belasten den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • Größter Einzelauftrag in der Unternehmensgeschichte
  • Aktie verliert trotz positiver Nachricht
  • CEO warnt vor Abwanderung der Industrie
  • Kurs hat sich seit Januar 2025 verdoppelt

Der österreichische Stahl- und Technologiekonzern hat den größten Einzelauftrag seiner Unternehmensgeschichte im Bereich Lagersysteme eingefahren – doch die Aktie gibt trotzdem nach. Während CEO Herbert Eibensteiner vor einer Abwanderung der europäischen Industrie warnt, zeigt sich: Selbst Erfolge können aktuell den Druck auf zyklische Industriewerte nicht aufhalten.

Das 41-Millionen-Euro-Projekt in Istanbul unterstreicht zwar die erfolgreiche Diversifizierung des Konzerns. Doch Anleger schauen weniger auf Einzelerfolge als auf die makroökonomischen Rahmenbedingungen – und die trüben sich ein.

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41 Millionen Euro für Istanbul-Gigant

Ein führender türkischer Logistikdienstleister beauftragte Voestalpine am 15. Januar mit dem Bau eines vollautomatisierten Hochregallagers. Die Dimensionen: 40 Meter Höhe, 222 Meter Länge, 86 Meter Breite. Fertigstellung ist für April 2027 geplant. Das Projekt umfasst neben dem Hochregallager auch ein automatisiertes Kleinteilelager für Sportartikel.

Der Auftrag reiht sich in eine Serie prestigeträchtiger Projekte ein. In den Niederlanden wurden kürzlich zwei 45 Meter hohe Hochregallager für JYSK fertiggestellt. In Kentucky baut der Konzern derzeit einen neuen Produktionsstandort aus, um die wachsende Nachfrage auf dem amerikanischen Markt zu bedienen.

Metal Forming kompensiert Autoschwäche

Die Metal Forming Division entwickelt sich zur verlässlichen Ertragssäule. Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte der Bereich einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro bei einem EBITDA von 169,3 Millionen Euro. Die Sparte kompensiert damit die schwächere Nachfrage aus der kriselnden Automobilbranche.

CEO schlägt Alarm

Trotz des Rekordauftrags warnte Eibensteiner gestern vor den Rahmenbedingungen für die europäische Industrie. Der Konzern fordert Reformen beim CO2-Grenzausgleichssystem CBAM, Verlängerung der CO2-Freizertifikate, leistbare Energiepreise und schnellere Genehmigungsverfahren.

Voestalpine verweist auf Investitionen von 5,6 Milliarden Euro in Österreich in den letzten zehn Jahren. Das Dekarbonisierungsprojekt „greentec steel” mit einem Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro liege im Zeit- und Kostenplan. Bis 2029 sollen die CO2-Emissionen gegenüber 2019 um bis zu 30 Prozent sinken.

Gewinnmitnahmen nach Kurs-Verdopplung

Die Aktie notiert heute bei rund 38 Euro und verliert zeitweise über 2,5 Prozent. Marktbeobachter führen die Schwäche auf die allgemeine Belastung zyklischer Industriewerte durch Rezessionssorgen in Europa zurück.

Die bemerkenswerte Rallye bleibt dennoch intakt: Seit Januar 2025 hat sich der Kurs von etwa 17 Euro mehr als verdoppelt – ein Plus von über 120 Prozent. Das erhöhte Handelsvolumen deutet darauf hin, dass Anleger nach den starken Gewinnen Kasse machen.

Am 11. Februar folgen die Q3-Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26. Das Management bestätigte zuletzt die Jahresprognose mit einem erwarteten EBITDA zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro. Im Vorjahr erzielte Voestalpine bei einem Umsatz von 15,7 Milliarden Euro ein EBITDA von 1,3 Milliarden Euro.

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