Voestalpine Aktie: US-Zölle kosten bis zu 80 Millionen Euro

Der Stahlkonzern legt am 3. Juni seinen Geschäftsbericht vor, der Aufschluss über die künftige Dividende gibt. US-Zölle belasten weiterhin das Ergebnis.

Die Kernpunkte:
  • Geschäftsbericht am 3. Juni erwartet
  • Neue Dividendenformel mit 30 Prozent Ausschüttung
  • US-Zölle belasten mit bis zu 80 Millionen Euro
  • EU verschärft Stahlimportregeln ab Juli

Voestalpine geht in eine wichtige Börsenwoche. Am 3. Juni legt der Konzern den Geschäftsbericht für 2025/26 vor. Danach wird klarer, wie viel Spielraum die neue Dividendenformel wirklich lässt. Der Knackpunkt bleibt der US-Zollstreit.

Die Voestalpine-Aktie schloss am Freitag bei 45,88 Euro. Im vergangenen Monat legte sie 10,45 Prozent zu, binnen Jahresfrist sogar 95,07 Prozent.

Der RSI von 82,4 signalisiert allerdings eine überhitzte Lage. Stark gelaufen.

Neue Formel, klare Termine

Mit dem abgeschlossenen Geschäftsjahr gilt bei Voestalpine ein neues Ausschüttungsmodell. Der Konzern will künftig 30 Prozent des Gewinns je Aktie zahlen, sofern die Nettofinanzschulden im Verhältnis zum EBITDA unter 2,0 bleiben. Die Mindestdividende liegt bei 0,40 Euro je Aktie.

Der Geschäftsbericht liefert dafür den zentralen Datenpunkt. Im Vorjahr standen ein Umsatz von 15,7 Milliarden Euro und ein EBITDA von 1,3 Milliarden Euro in den Büchern.

Die Hauptversammlung folgt am 1. Juli. Die Auszahlung ist für den 14. Juli geplant. Der Nachweisstichtag für Aktionäre liegt am 21. Juni.

US-Zölle drücken auf die Marge

Wie hoch die tatsächliche Ausschüttung ausfällt, hängt auch an der Belastung durch US-Zölle. Voestalpine beziffert den Ergebniseffekt auf 60 bis 80 Millionen Euro. Besonders hart trifft es Spezialrohre, die mit Abgaben von bis zu 50 Prozent belastet sind.

Am 12. Mai setzte ein US-Berufungsgericht ein New Yorker Urteil aus. Dieses Urteil hatte die amerikanischen Importzölle gekippt. Damit bleibt der 10-Prozent-Zoll auf US-Importe vorerst bestehen, der seit dem 24. Februar gilt.

Rechnerisch läuft die Maßnahme maximal 150 Tage. Ohne Verlängerung durch den US-Kongress würde sie im Juli 2026 auslaufen.

Die US-Regierung bereitet nun den Gang vor den Supreme Court vor. Für europäische Stahlhersteller verlängert das die rechtliche Unsicherheit. Parallel dazu stellte Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker Kriterien für einen Industriestrompreis in Aussicht.

EU-Schutz hilft europäischen Produzenten

Aus Brüssel kommt ein Gegengewicht zum Druck aus den USA. Der Rat der Europäischen Union verschärft ab dem 1. Juli 2026 die Regeln für Stahlimporte. Importeure müssen dann verifizierte Werksprüfzeugnisse vorlegen.

Das Ziel ist klar: Die EU will Umgehungsimporte aus Regionen mit Überkapazitäten eindämmen. Für europäische Produzenten wie Voestalpine kann das die Marktposition stützen.

Hinzu kommt der EU-Kohlenstoffgrenzmechanismus. Seit Januar 2026 verteuert er Stahlimporte aus China und der Türkei nach Analystenschätzungen um 40 bis 70 Euro je Tonne.

Operativ bleibt Voestalpine robust

Trotz der Handelspolitik zeigen die operativen Kennzahlen Stabilität. Bis Ende des dritten Quartals stieg das operative Ergebnis auf eine Milliarde Euro. Die Nettoverschuldung sank auf 1,4 Milliarden Euro.

Für das beendete Geschäftsjahr rechnen 10 Analysten im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 2,16 Euro. Im Vorjahr hatte Voestalpine noch 0,90 Euro ausgewiesen.

Auf der Umsatzseite erwarten 9 Analysten im Schnitt 15,05 Milliarden Euro. Barclays-Analyst Tom Zhang bleibt bei „Overweight“ und nennt ein Kursziel von 50 Euro. Er verweist auf solide Cash-Generierung und einen defensiven Geschäftsmix.

Das Dekarbonisierungsprogramm läuft derweil weiter. Der Rohbau der neuen Elektrolichtbogenofen-Halle in Linz wurde im April fertiggestellt. Ab Februar 2027 soll der erste Ofen den Betrieb aufnehmen.

Das Programm „greentec steel“ hat ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro. Voestalpine will damit die Konzernemissionen bis 2029 um rund 30 Prozent senken.

Der 3. Juni wird damit zum konkreten Dividenden-Test. Der Geschäftsbericht zeigt, wie tief die US-Zölle in die Margen geschnitten haben und ob mehr als 0,40 Euro je Aktie zur Abstimmung kommt.

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