Volkswagen Aktie: 1.500 Teilnehmer in Emden

VW plant drastische Reduzierung von Modellen und Ausstattungen, doch zur Zukunft der Standorte schweigt der Vorstand.

Die Kernpunkte:
  • Modellpalette soll halbiert werden
  • Ausstattungsoptionen um 75 Prozent gekürzt
  • Proteste an zahlreichen VW-Standorten
  • Aktie fällt trotz Sparkurs weiter

Starke Kürzungen beim Angebot, laute Proteste an den Werkstoren. Volkswagen hat seinen radikalen Umbauplan präsentiert. Das Management streicht die Modellpalette rigoros zusammen. Die drängendsten Personalfragen lässt Konzernchef Oliver Blume allerdings unbeantwortet.

Weniger Modelle, weniger Optionen

Der Aufsichtsrat beriet am Donnerstag über ein umfassendes Maßnahmenpaket. Zwölf Initiativen sollen den Konzern wieder auf Kurs bringen. Das Kernstück ist eine drastische Vereinfachung. Das Management will das Produktportfolio schrittweise um bis zu 50 Prozent schrumpfen. Parallel dazu streicht Volkswagen die Ausstattungsoptionen um bis zu 75 Prozent.

Zu möglichen Werksschließungen schwieg der Vorstand. Medienberichte hatten zuvor über einen massiven Stellenabbau spekuliert. Diese Zurückhaltung befeuerte den Unmut der Belegschaft. An über einem Dutzend Standorten kam es zu Protesten.

In Emden zählte die Gewerkschaft rund 1.500 Teilnehmer. Vor dem Wolfsburger Hochhaus demonstrierten 500 Mitarbeiter. Betriebsratschefin Daniela Cavallo reagierte nach der Sitzung erbost.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies bestätigte eine sehr intensive Sitzung. Er schloss Werksschließungen als Zukunftskonzept aus. Die konkreten Entscheidungen über Personal und Standorte stehen somit weiter aus.

Abwärtstrend bleibt intakt

Die Börse honoriert die Umbaupläne bisher nicht. Die Volkswagen-Vorzugsaktie ging am Donnerstag bei 72,30 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von 31,86 Prozent auf der Kurstafel.

Der langfristige Abwärtstrend hält an. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt aktuell 22,98 Prozent. Ein RSI-Wert von 32,2 signalisiert zwar eine überverkaufte Marktlage. Einen echten Impuls nach oben liefert der Plan jedoch nicht.

Der Vorstand hat den ersten Schritt der Transformation skizziert. Die eigentliche Bewährungsprobe steht noch aus. Aufsichtsrat, Vorstand und Arbeitnehmervertreter müssen nun das Standortpaket verhandeln. Solange hier keine festen Vereinbarungen vorliegen, fehlt der Aktie ein solides Fundament.

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