Volkswagen Aktie: 100.000 Jobs auf der Kippe
Volkswagen steht vor einer tiefgreifenden Krise: Analysten erwarten eine milliardenschwere Gewinnwarnung, während das Management einen massiven Stellenabbau plant.

- Milliardenschwere Gewinnwarnung erwartet
- Bis zu 100.000 Stellen gefährdet
- China-Geschäft bricht massiv ein
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 29 Prozent
Der Volkswagen-Konzern steht vor einer Zerreißprobe. Am Donnerstag trifft sich der Aufsichtsrat zu einer entscheidenden Sitzung. Die Vorzeichen könnten kaum schlechter sein. Analysten rechnen mit einer massiven Gewinnwarnung. Parallel dazu kursieren drastische Sparpläne.
UBS-Analyst Patrick Hummel schlägt im Vorfeld Alarm. Er erwartet eine deutliche Korrektur der Jahresziele. Die Gewinnwarnung könnte sich im mittleren bis hohen einstelligen Milliardenbereich bewegen. Eine solche Lücke würde die ohnehin fragile Bilanz schwer belasten.
Zehntausende Stellen auf der Kippe
Auf der Agenda stehen offenbar beispiellose Einschnitte. Medienberichten zufolge wackeln weltweit bis zu 100.000 Arbeitsplätze. Zuvor war lediglich von der Hälfte die Rede. Offenbar stellt das Management gleich vier komplette Werke zur Disposition.
Auch die renditestarke Tochter Porsche zieht die Reißleine. Dort sollen rund 4.000 Stellen in Verwaltung und Entwicklung wegfallen. Der Grund ist ein rapider Gewinneinbruch. Das operative Ergebnis brach zuletzt von 5,6 Milliarden Euro auf einen Bruchteil zusammen.
China-Geschäft bricht weg
Hauptauslöser dieser Krise ist das strauchelnde China-Geschäft. Volkswagen verliert auf seinem wichtigsten Markt rasant an Boden. Ein aggressiver Preiskampf und schwache Elektroauto-Verkäufe drücken die Margen. Die Folge: Selbst langjährige VW-Händler nehmen mittlerweile Fremdmarken in ihr Angebot auf. So streuen sie ihr unternehmerisches Risiko.
Aktie im Abwärtssog
An der Börse spiegelt sich diese Talfahrt deutlich wider. Die Aktie ging am Montag bei 75,62 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von knapp 29 Prozent zu Buche. Das erst kürzlich markierte 52-Wochen-Tief bei 69,20 Euro rückt wieder bedrohlich nah.
Auch charttechnisch fehlt derzeit jeder Halt. Der Kurs notiert rund elf Prozent unter der wichtigen 50-Tage-Linie. Der RSI-Wert von 37,7 signalisiert zwar einen überverkauften Zustand. Ohne positive Nachrichten aus dem operativen Geschäft verpufft dieses Signal jedoch meist.
Am kommenden Donnerstag fallen nun die Entscheidungen. Die IG Metall hat zeitgleich zur Aufsichtsratssitzung einen konzernweiten Aktionstag ausgerufen. Beschließt das Gremium tatsächlich Werksschließungen oder bestätigt die Gewinnwarnung, drohen massive Kursausschläge. Die Volatilität der Aktie lag zuletzt bereits bei fast 32 Prozent.
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