Volkswagen Aktie: 100.000 Jobs bis 2035 geplant
Volkswagen-Chef Blume plant drastischen Stellenabbau und Werksschließungen. Der Aufsichtsrat stimmt heute über das Sparpaket ab.

- Über 100.000 Stellen bis 2035 bedroht
- Vier deutsche Standorte gefährdet
- Milliardenstrafe bei Vertragsbruch droht
- Aktie nahe Jahrestief notiert
Volkswagen steht vor einer Zerreißprobe. Der Aufsichtsrat stimmt heute über das härteste Sparprogramm der jüngeren Konzerngeschichte ab. Blockiert das Kontrollgremium die Pläne, plant CEO Oliver Blume einen beispiellosen Schritt.
Massive Überkapazitäten
Hinter der Eskalation steht eine gewaltige Auslastungslücke. Volkswagen hält Anlagen für rund zwölf Millionen Fahrzeuge bereit. Der Konzern verkauft pro Jahr aber nur noch etwa neun Millionen Autos. Darum will der Vorstand die Kapazitäten drastisch drosseln.
Das vorgeschlagene Paket sieht den Abbau von über 100.000 Arbeitsplätzen bis 2035 vor. Vier deutsche Standorte stehen auf der Kippe:
- Hannover
- Emden
- Zwickau
- Audi-Produktion in Neckarsulm
Milliardenstrafe blockiert schnelle Lösung
Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen lehnen die Schließungen ab. Vize-Regierungschefin Julia Willie Hamburg fordert den Vorstand auf, stattdessen Synergien zu nutzen. Sie argumentiert, dass Werksschließungen die aktuelle Krise nicht lösen. Kosteneffekte würden frühestens 2030 spürbar.
Erschwerend wirkt ein laufender Beschäftigungspakt. IG Metall und Volkswagen hatten Ende 2024 eine Standortgarantie bis 2030 vereinbart. Bricht der Autobauer diese Zusage, wird eine Vertragsstrafe von einer Milliarde Euro fällig.
Druck auf dem Börsenparkett
Die Aktie spiegelt den Konflikt deutlich wider. Mit einem Kurs von 72,94 Euro handelt das Papier nahe dem Jahrestief. Seit Januar beläuft sich das Minus auf über 31 Prozent. Der RSI-Wert von 33,0 zeigt derweil eine stark überverkaufte Situation.
Die heutige Abstimmung entscheidet den weiteren Weg. Lehnt der Aufsichtsrat das Sparprogramm ab, will das Management eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Dann stimmen die Aktionäre direkt über den radikalen Umbau ab. Ein solcher Schritt gegen den Aufsichtsrat wäre in der deutschen Industriegeschichte einmalig.
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