Volkswagen Aktie: 100.000 Stellen am 9. Juli entschieden

VW-Chef Blume droht mit Aktionärsvotum, falls Aufsichtsrat das Sanierungskonzept mit Werksschließungen blockiert.

Die Kernpunkte:
  • Vorstand droht mit außerordentlicher Hauptversammlung
  • Land Niedersachsen blockiert Werksschließungen
  • Preise für Verbrenner-Modelle steigen
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn über 30 Prozent

Bei Volkswagen eskaliert der interne Konflikt. Konzernchef Oliver Blume droht mit einem beispiellosen Schritt. Scheitert sein radikales Sparprogramm im Aufsichtsrat, sollen die Aktionäre entscheiden. Das Land Niedersachsen blockiert die Pläne bereits.

Vorstand plant Aktionärsvotum

Am kommenden Donnerstag tagt der Aufsichtsrat. Das Gremium stimmt über das Sanierungskonzept „Group Target Picture 2030“ ab. Der Vorstand fordert den Abbau von bis zu 100.000 Stellen.

Parallel dazu stehen vier deutsche Standorte vor dem Aus. Betroffen sind Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm. Blockiert der Aufsichtsrat diese Werksschließungen, greift Plan B. Blume will dann eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.

Politische Blockade aus Hannover

Das Land Niedersachsen wehrt sich vehement gegen die Kahlschlagspläne. Die Landesregierung hält 20 Prozent der Stimmrechte. Damit besitzt sie ein faktisches Vetorecht.

Stellvertretende Ministerpräsidentin Julia Hamburg lehnt Werksschließungen strikt ab. Sie sieht darin keine tragfähige Zukunftsstrategie. Auch Betriebsratschefin Daniela Cavallo kündigte erbitterten Widerstand an.

Verbrenner werden teurer

Ungeachtet des Machtkampfes schafft Volkswagen operativ Fakten. Der Autobauer hob die Preise für Verbrenner-Modelle an. Golf, Tiguan und Passat kosten nun gut ein Prozent mehr. Das Unternehmen begründet dies mit der kommenden Euro-7-Abgasnorm.

Die vollelektrischen ID-Modelle bleiben verschont. Das Ziel: Die renditestarken Verbrenner sollen die Transformation finanzieren. Indes versucht der Konzern, den stockenden Elektro-Absatz über stabile Preise zu stützen.

Aktie stark überverkauft

An der Börse hinterlässt die Krise tiefe Spuren. Die Volkswagen-Aktie schloss gestern bei 73,18 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust damit auf 31,03 Prozent.

Zwar erholte sich der Kurs zuletzt leicht vom jüngsten Jahrestief. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt liegt aber weiterhin bei minus 14,62 Prozent.

Am 9. Juli fällt im Aufsichtsrat die offizielle Entscheidung über das umstrittene Sparprogramm.

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