Volkswagen Aktie: 19.000 Stellen bis Ende 2026
Volkswagen-Vorzugsaktie fällt auf 79,02 Euro. Stellenabbau und China-Krise belasten den Autobauer schwer.

- Aktie erreicht tiefsten Stand seit 15 Jahren
- Konzern plant massiven Stellenabbau bis 2030
- China-Markt bricht um 22 Prozent ein
- US-Zölle kosten jährlich fünf Milliarden Euro
Oliver Blume nennt es einen „historischen Einschnitt“. Der Kurs gibt ihm recht. Die Volkswagen-Vorzugsaktie markierte am Freitag mit 79,02 Euro ein neues 52-Wochen-Tief — und notierte zum Handelsschluss bei 80,54 Euro, einem Minus von 4,66 Prozent auf Tagesbasis.
Auf Wochensicht summiert sich der Verlust auf 9,40 Prozent. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 24 Prozent verloren. Kursniveaus wie diese hat Volkswagen zuletzt vor rund 15 Jahren gesehen.
Hauptversammlung: Blume setzt auf Stellenabbau
Den Ausverkauf befeuerte die virtuelle Hauptversammlung am Donnerstag. Blume zeichnete ein düsteres Bild: Das über Jahrzehnte erfolgreiche Geschäftsmodell funktioniere in seiner bisherigen Form nicht mehr. Der Konzern hält dennoch am Sparkurs fest.
Bis Ende 2026 will Volkswagen in Deutschland 19.000 Stellen abbauen. Bis 2030 sollen konzernweit 50.000 Arbeitsplätze wegfallen. Mehr als 28.000 Abgänge sind laut Blume bereits verbindlich vereinbart — überwiegend über Altersteilzeit und Aufhebungsverträge.
China-Krise und US-Zölle als Doppelbelastung
Der chinesische Gesamtmarkt brach im Mai 2026 um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Volkswagen rechnet nicht mit einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte und kürzt die Produktionskapazitäten weltweit um eine Million Fahrzeuge — je zur Hälfte in Europa und China.
Hinzu kommen US-Zölle, die den Konzern jährlich rund fünf Milliarden Euro kosten. Besonders hart trifft es Audi: Die Tochtermarke produziert nichts in den USA und ist vollständig auf Importe angewiesen. Ein kleiner Lichtblick kommt aus Ungarn. Im Werk Győr startete die Serienproduktion des neuen Elektroantriebs „MEBeco“, der die Kostenbasis für künftige Einstiegs-E-Modelle senken soll.
Überverkauft — aber der Trend zeigt weiter nach unten
Technisch ist die Lage eindeutig. Der RSI liegt bei 29,0 — ein Niveau, das historisch oft kurzfristige Gegenbewegungen ausgelöst hat. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei 95,12 Euro beträgt inzwischen mehr als 15 Prozent.
Am Dienstag, 23. Juni, erhalten Aktionäre die Dividende von 5,26 Euro je Vorzugsaktie ausgezahlt. Das schafft kurzfristig einen konkreten Termin — ändert aber nichts daran, dass Volkswagen im DAX weiter das Schlusslicht bleibt, solange das Management keine überzeugenden Antworten auf China-Schwäche und Zollbelastung liefert.
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