Volkswagen Aktie: 7,4 Milliarden für Everllence-Mehrheit

Volkswagen erlöst 7,4 Milliarden Euro durch den Verkauf von 51 Prozent an Everllence an Bain Capital. Der Deal bringt frisches Kapital für die Transformation.

Die Kernpunkte:
  • VW verkauft 51% an Everllence
  • Kaufpreis beträgt 7,4 Milliarden Euro
  • Deutlicher Bewertungsgewinn für VW
  • Deutsche Standorte bis 2030 gesichert

Volkswagen trennt sich von der Mehrheit an seiner Motorentochter Everllence. Käufer ist der Finanzinvestor Bain Capital. Der Preis: rund 7,4 Milliarden Euro. Für einen Konzern, der zuletzt vor allem mit fallenden Kursen Schlagzeilen machte, ist das eine seltene positive Nachricht.

Ein Bewertungsgewinn für Volkswagen

Volkswagen überträgt 51 Prozent der Anteile an Everllence SE an Bain Capital. Den Rest, 49 Prozent, will der Konzern vorerst behalten. Die Vereinbarung stammt bereits von Ende Juni, wurde aber erst jetzt in Medienberichten im Detail bekannt.

Der Deal lohnt sich rechnerisch deutlich. Everllence stand zum 31. Mai 2026 mit etwa 3,4 Milliarden Euro in der VW-Bilanz. Bain Capital zahlt mehr als das Doppelte.

Everllence ging im Juni 2025 aus der früheren MAN Energy Solutions hervor. Das Unternehmen baut Großdieselmotoren und Turbomaschinen für Schiffe und Kraftwerke. Im Geschäftsjahr 2025 setzte Everllence rund 4,9 Milliarden Euro um und beschäftigte etwa 16.000 Mitarbeiter weltweit.

Konzernchef Oliver Blume nennt Everllence eine Erfolgsgeschichte. Die Weiterentwicklung des Unternehmens soll nun unter dem Dach von Bain Capital weitergehen. Volkswagen will das frische Kapital nutzen, um die eigene Finanzlage zu stärken und Investitionen in neue Technologien zu finanzieren.

Schutzklauseln für deutsche Werke

Ganz abgeschlossen ist der Deal noch nicht. Arbeitnehmervertretungen in Frankreich müssen zustimmen, dazu kommen weitere regulatorische Genehmigungen. Der Abschluss wird bis Ende 2026 erwartet.

Für die deutschen Standorte gibt es klare Zusagen. Die Werke in Augsburg, Oberhausen, Berlin, Hamburg und Ravensburg bleiben mindestens bis Ende 2030 erhalten. Betriebsbedingte Kündigungen schließt die Vereinbarung in diesem Zeitraum aus.

Die Aktie bleibt unter Druck

Der Verkauf ändert an der Kursschwäche bisher wenig. Die VW-Vorzugsaktie schloss am Freitag bei 75,00 Euro, nach einem Plus von 4,69 Prozent in den vergangenen sieben Tagen. Auf Monatssicht steht dennoch ein Minus von 14,70 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sogar von 29,31 Prozent.

Erst am 1. Juli 2026 markierte die Aktie mit 69,20 Euro ihr 52-Wochen-Tief. Vom Hoch bei 109,10 Euro aus dem Dezember 2025 trennen den Titel aktuell noch 31,26 Prozent. Auch die gleitenden Durchschnitte zeigen den Abwärtstrend: Der Kurs liegt 20,40 Prozent unter dem 200-Tage-Schnitt von 94,22 Euro.

Ein RSI von 35,8 deutet auf eine überverkaufte Aktie hin. Die annualisierte Volatilität von 31,65 Prozent zeigt, wie nervös der Markt den Titel derzeit handelt.

Der Everllence-Verkauf bringt Volkswagen frisches Kapital für die Transformation Richtung Elektromobilität und Software. Ob das die Anleger überzeugt, entscheidet sich an den ausstehenden Genehmigungen. Bis Ende 2026 muss der Deal final unter Dach und Fach sein.

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