Volkswagen Aktie: 77,94 Euro neues 52-Wochen-Tief
VW-Aktie fällt auf 52-Wochen-Tief. Konzernchef Blume kündigt tiefgreifenden Umbau und sechs Milliarden Euro Einsparungen bis 2030 an.

- VW-Vorzugsaktie erreicht neues Jahrestief
- RSI signalisiert überverkauften Zustand
- Konzernchef Blume kündigt Umbau an
- Vehicle-to-Grid-Angebot für Privatkunden geplant
Volkswagen rutscht tiefer. Am Montag fiel die Vorzugsaktie auf ein neues 52-Wochen-Tief von 77,94 Euro — ein Niveau, das die anhaltende Misere des Wolfsburger Konzerns auf den Punkt bringt. Seit Jahresanfang hat die Aktie rund 26 Prozent verloren.
Der RSI liegt bei 25,9 und signalisiert damit einen überverkauften Zustand. Trotzdem fehlt bislang ein Impuls zur Erholung. Der Kurs notiert rund 17 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt — das zeigt, wie weit sich die Aktie von ihrer längerfristigen Basis entfernt hat.
Blume nennt die Lage klar
Konzernchef Oliver Blume sprach auf der Hauptversammlung am 18. Juni Klartext. Die kommenden Jahre seien „entscheidend“, sagte er — geprägt von geopolitischen Spannungen, Wettbewerbsdruck und wachsenden Handelsschranken. Stagnation in den globalen Automobilmärkten sei ein reales Szenario.
Volkswagen reagiert mit einem umfangreichen Umbau. Das Unternehmen will Gemeinkosten senken, das Produktionsnetzwerk anpassen und die Technologieentwicklung beschleunigen. Rund eine Milliarde Euro hat der Konzern bereits durch Tarifverträge und Personalabbau eingespart. Das Ziel: jährliche Nettoeinsparungen von sechs Milliarden Euro bis 2030. Dafür baut Volkswagen in Deutschland bis zu 50.000 Stellen ab.
Kostensenkungen allein reichen nicht, hat das Management selbst eingeräumt. Das Geschäftsmodell muss sich grundlegend wandeln.
Neue Einnahmequellen im Blick
Volkswagen setzt auf Elektromobilität als zweites Standbein — und meint das wörtlich. Gemeinsam mit Elli, der konzerneigenen Energie- und Mobilitätsmarke, plant Volkswagen ein Vehicle-to-Grid-Angebot für Privatkunden in Deutschland. Elektroautos sollen dabei Strom ins Netz einspeisen und so zusätzliche Einnahmen für Fahrzeughalter generieren. Die Vorregistrierung läuft seit Juni 2026, der Marktstart ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
Ob solche Initiativen den Kurs kurzfristig stabilisieren, bleibt offen. Entscheidend wird sein, wie schnell die Einsparungen greifen — und ob Volkswagen seine Kostenziele bis 2030 tatsächlich erreicht.
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