Volkswagen Aktie: China-Absatz von 4,21 auf 2,69 Millionen
Ökonom Schularick sieht BYD als möglichen VW-Käufer. Der Konzern weist Spekulationen zurück, kämpft aber mit massiven Absatzproblemen in China.

- Top-Ökonom hält BYD-Übernahme für möglich
- VW weist Übernahmegerüchte zurück
- China-Absatz bricht massiv ein
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 29 Prozent
Top-Ökonom Moritz Schularick wirft eine steile These in den Raum. Er hält eine Übernahme von Volkswagen durch den chinesischen Konkurrenten BYD für möglich. Diese Aussage trifft den Wolfsburger Autobauer in einer ohnehin extrem angespannten Phase.
Druck auf das alte Modell
Der Leiter des Kieler Instituts für Weltwirtschaft sieht VW offen als Übernahmekandidaten. Auf die Frage nach einer möglichen Pleite nannte er BYD als potenziellen Käufer. Volkswagen selbst wies dies als haltlose Spekulation zurück. Dennoch bestätigte der Vorstand den immensen Umbaudruck. Das alte Konzept funktioniere schlicht nicht mehr. Bisher entwickelte VW Autos in Deutschland und exportierte sie in die ganze Welt. Das Fazit der Chefetage: Diese Ära endet.
Zahlen zeigen den Machtwechsel
Der Grund für die düsteren Prognosen liegt in China. Dort bricht der Absatz für Europas größten Autobauer massiv ein. Im Jahr 2018 lieferte VW noch 4,21 Millionen Fahrzeuge in den asiatischen Markt.
Bis 2025 fiel dieser Wert auf nur noch 2,69 Millionen Einheiten. Im gleichen Schritt greift BYD in Europa an. Im ersten Halbjahr vermeldete der chinesische Konzern in Deutschland ein beachtliches Absatzwachstum.
Mit über 26.000 verkauften Autos erreichte BYD hierzulande einen Marktanteil von fast zwei Prozent. Wirtschaftshistoriker wie Niall Ferguson warnen angesichts dieser Dynamik bereits vor einer fortschreitenden Deindustrialisierung Europas.
Analysten winken ab
Marktbeobachter ordnen das Übernahme-Szenario als äußerst unwahrscheinlich ein. Zwei dicke Barrieren schützen den Konzern. Die besondere Eigentümerstruktur und das VW-Gesetz blockieren feindliche Übernahmen effektiv.
An der Börse spiegeln die Kurse die operative Krise wider. Die Aktie ging am Freitag bei 75,00 Euro aus dem Handel. Auf Monatssicht steht ein Minus von fast 16 Prozent auf der Anzeigetafel.
Seit Jahresbeginn beläuft sich der Verlust auf mehr als 29 Prozent. Erst vor wenigen Tagen markierte der Titel bei 69,20 Euro ein neues Jahrestief. Der aktuelle RSI-Wert von 35,8 signalisiert mittlerweile eine stark überverkaufte Marktlage.
Die Übernahme durch BYD bleibt ein rein theoretisches Gedankenspiel. Die tatsächliche Zukunft des Konzerns entscheidet sich bald intern. In den anstehenden Gremienberatungen steht das konkrete Sanierungskonzept auf der Agenda.
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