Volkswagen Aktie: Doppelter Gegenwind am Donnerstag

Ein US-Rückruf betrifft 22.524 ID.4, während Volkswagen Rivian rund 893 Millionen Euro Kredit bereitstellt.

Die Kernpunkte:
  • 22.524 ID.4 in den USA zurückgerufen
  • Batteriefehler kann Brände auslösen
  • Rivian erhält rund 893 Millionen Euro Kredit
  • Vorzugsaktie zeitweise rund vier Prozent schwächer

Rückruf in den USA, Kreditzusage an einen Partner und ein nervöses Marktumfeld: Für Volkswagen kam am Donnerstag einiges zusammen. Die Vorzugsaktie gab zeitweise rund 4 Prozent nach und rutschte auf etwa 67 Euro.

Brandgefahr bei ID.4-Modellen

In den USA ruft der Konzern 22.524 Elektrofahrzeuge zurück. Betroffen sind bestimmte ID.4-Modelle, die zwischen Anfang 2023 und dem 1. Februar 2025 gebaut wurden. Nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA kann in den Hochvoltbatterien eine Kombination aus bestimmten Ladeprofilen und einem Ladezustand von mehr als 80 Prozent einen Brand auslösen.

Die eigentliche Ursache ist bislang unklar. Immerhin dürfte das Risiko überschaubar bleiben: Schätzungsweise nur etwa 0,1 Prozent der betroffenen Fahrzeuge weisen den Mangel tatsächlich auf. Für das Image der Elektrosparte ist ein Brandrückruf dennoch unangenehm, zumal der ID.4 ein wichtiges Modell auf dem US-Markt ist.

Rivian-Kredit und schwaches Marktumfeld

Parallel dazu stellt Volkswagen seinem US-Partner Rivian einen langfristigen Kredit von umgerechnet rund 893 Millionen Euro bereit. Die Finanzierung unterstreicht, wie eng der Konzern die Zusammenarbeit bei Software und Elektrik-Architektur gestalten will. Sie bindet allerdings zusätzliches Kapital, während der Autobauer ohnehin unter Kosten- und Wettbewerbsdruck steht.

Das Marktumfeld half nicht. Steigende Ölpreise und Bewegungen an den Anleihemärkten brachten Zinssorgen zurück und belasteten die Börsen am Mittwoch und Donnerstag. Auch die Schwäche der Wettbewerber in China und die Hoffnung auf Entlastung durch die EU prägten die Debatte um die Branche.

Marktbeobachter verweisen zudem darauf, dass Volkswagen als Urgestein der Branche besonders stark von tiefen Einschnitten und Strategieanpassungen abhängt. Ob Partnerschaften wie die mit Rivian den Rückstand bei Technologie und Kosten rechtzeitig verringern, lässt sich derzeit nicht beantworten.

Kurzfristig dürfte der Blick auf die weiteren Details der NHTSA-Untersuchung gehen: Sobald die Ursache des Batteriefehlers geklärt ist, lässt sich auch abschätzen, ob die Rückrufkosten über das bisher bekannte Maß hinausgehen.

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