Volkswagen Aktie: Endstation Pessimismus?

Volkswagen kämpft an zwei Fronten: Der Bundesligist VfL Wolfsburg steht vor dem Abstieg, während im Werk Zwickau bereits 1.200 Stellen abgebaut wurden. Ein milliardenschweres Sparprogramm belastet den Konzern.

Die Kernpunkte:
  • VfL Wolfsburg droht erstmals der Bundesliga-Abstieg
  • Zwickauer Werk verliert bereits 1.200 Arbeitsplätze
  • Neues Sparprogramm mit 60 Milliarden Euro Volumen
  • Betriebsratswahl in Zwickau mit 8.200 Wahlberechtigten

Für Volkswagen wird es zunehmend eng. Während der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg nach dem 1:2 gegen den Hamburger SV mit einer Radikalmaßnahme reagiert und sowohl Trainer Daniel Bauer als auch Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen feuert, kämpfen gleichzeitig Tausende VW-Beschäftigte in Zwickau um ihre berufliche Zukunft. Die Probleme des Mutterkonzerns werfen ihre Schatten auf alle Unternehmensbereiche.

Der VfL Wolfsburg, zu 100 Prozent im Besitz der Volkswagen AG, steht mit dem teuersten Kader der Liga auf dem vorletzten Tabellenplatz – neun Spieltage vor Saisonende droht erstmals der Abstieg seit der Bundesliga-Premiere 1997. In der Volkswagen Arena herrschten nach der Niederlage chaotische Zustände: Schwarze Rauchschwaden stiegen vor der Fankurve auf, eine Ordnerkette musste das Team vor wütenden Ultras schützen.

Als Nachfolger soll laut Medienberichten Dieter Hecking kommen, der die Wolfsburger 2015 zum DFB-Pokalsieg geführt hatte. Es ist eine Maßnahme wie zuletzt im Frühjahr 2011, als der damalige Geschäftsführer Dieter Hoeneß und Interimstrainer Pierre Littbarski gleichzeitig gehen mussten.

Werk Zwickau: 1.200 Jobs bereits verloren

Parallel demonstrierten VW-Beschäftigte mit ihren Familien in Zwickau für den Erhalt der Automobilproduktion am Standort. Betriebsratsvorsitzender Mario Albert appellierte: „Diese Region und das Land Sachsen sind mit dem Automobilbau groß geworden – und den muss es hier auch in Zukunft geben.“

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit der Tarifvereinbarung von Ende 2024, die bis 2030 bundesweit 35.000 Stellen sozialverträglich abbauen soll, hat die Zwickauer Auto-Fabrik bereits 1.200 Arbeitsplätze verloren. Statt in drei wird nur noch in zwei Schichten produziert. In den kommenden Jahren muss das Werk zudem mehrere Modelle an andere Standorte abgeben.

Als Kompensation erhält Zwickau ab 2030 das neue Geschäftsfeld der Kreislaufwirtschaft. Bis zu 15.000 Fahrzeuge sollen dann jährlich aufbereitet oder zerlegt werden, um Bauteile wiederzuverwenden oder Rohstoffe zurückzugewinnen. Von etwa 1.000 Jobs, die so gesichert werden sollen, ist die Rede – ein schwacher Trost angesichts der Verluste.

Sparprogramm von 60 Milliarden Euro belastet

Der Druck auf alle VW-Bereiche nimmt zu. Jüngst sorgte ein Bericht über ein weiteres Sparprogramm mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro für Aufregung. Laut „Manager Magazin“ sollen die Kosten bis 2028 um 20 Prozent sinken. Grund für den drastischen Schritt seien die schleppenden Verkäufe in China und die US-Zölle.

Im Zwickauer Werk, das ausschließlich Elektroautos baut, gibt es aktuell an einer der beiden Produktionslinien sogar Mehrarbeit. Die Spätschicht arbeitet eine Stunde länger, die Frühschicht absolviert eine wöchentliche Sonderschicht. Betriebsratsvorsitzender Albert bezeichnet dies allerdings als „Momentaufnahme“.

Die Beschäftigten in Zwickau wählen in der kommenden Woche einen neuen Betriebsrat. Etwa 8.200 Mitarbeiter sind wahlberechtigt. Um die 35 Plätze konkurrieren neben der traditionell starken IG Metall zwei weitere Listen. Im Chemnitzer Motorenwerk von VW holte die IG Metall jüngst 77 Prozent der Stimmen und damit 13 von 17 Sitzen.

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