Volkswagen Aktie: EU-Marktführer unter Druck
VW bleibt Europas Auto-Primus, doch der Druck durch chinesische E-Auto-Hersteller und Rechtsstreitigkeiten nimmt zu.

- VW führt EU-Neuzulassungen im April an
- E-Auto-Anteil steigt auf knapp 20 Prozent
- Chinesische Hersteller wie BYD legen stark zu
- Gericht weist Klage zu Felicity Ace ab
Volkswagen bleibt in Europa die unangefochtene Nummer eins — doch das Umfeld verändert sich schneller als der Aktienkurs vermuten lässt.
Im April wurden EU-weit gut 266.000 Fahrzeuge von VW-Konzernmarken zugelassen, rund 3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Vorsprung auf Stellantis und Renault bleibt komfortabel. Auf Viermonatssicht zählt der europäische Gesamtmarkt knapp 3,8 Millionen neu zugelassene Pkw — ein Plus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
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E-Autos wachsen, Chinesen auch
Das eigentlich Relevante steckt hinter diesen Zahlen. Der Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge ist in den ersten vier Monaten von gut 15 auf knapp 20 Prozent geklettert. Genau dort, wo VW strategisch punkten muss, wird der Wettbewerb intensiver.
BYD verdoppelte seinen Marktanteil binnen eines Jahres auf 1,9 Prozent. Chery verdreifachte ihn auf 1,3 Prozent. Absolute Zahlen, die noch bescheiden wirken — die Wachstumsrate dahinter ist es nicht.
Rechtsstreit mit begrenzter Fallwirkung
Parallel dazu hat das Landgericht Stuttgart eine knapp 30 Millionen Euro schwere Schadensersatzklage im Zusammenhang mit dem Untergang des Autofrachters „Felicity Ace“ abgewiesen. Die Kläger — eine japanische Reederei und fünf Seekaskoversicherer — hatten Porsche für den Brandausbruch verantwortlich gemacht. Das Gericht sah die vorgeworfene Brandursache als nicht belegt an.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ein weiteres Verfahren in Braunschweig richtet sich gegen Porsche und die Konzernlogistik von Volkswagen; dort fordern die Kläger Schadenersatz im dreistelligen Millionenbereich. Ein Urteilstermin ist nicht absehbar.
Für den Konzern sind diese Verfahren vorerst Randnotizen — finanziell überschaubar gemessen an der Konzernbilanz. Sollte das Braunschweiger Gericht jedoch anders urteilen als Stuttgart, könnte der Fall neue Aufmerksamkeit auf Haftungsfragen bei Elektrofahrzeugtransporten lenken. Die eigentliche Kernfrage für VW-Aktionäre bleibt, ob der Konzern im wachsenden E-Auto-Segment Schritt hält — das zeigen die nächsten Quartalsdaten zur Verkaufsentwicklung in Europa und China.
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