Volkswagen Aktie: Frustrierende Entwicklungen
Volkswagens Joint Venture mit Rivian erreicht wichtigen Meilenstein, doch der Konzern kämpft gleichzeitig mit Rückrufen und einem Einbruch bei Porsche.

- Erfolgreicher Wintertest löst weitere Milliardeninvestition aus
- Software-Architektur für bis zu 30 Millionen Fahrzeuge geplant
- Rückruf von 94.000 Elektrofahrzeugen belastet Konzern
- Porsche verzeichnet dramatischen Gewinneinbruch
Ein bestandener Wintertest löst bei Volkswagen eine Milliarden-Investition aus — und zeigt, wie viel der Konzern auf seine Software-Wette setzt. Das Gemeinschaftsunternehmen mit Rivian hat seine neue zonale Elektronik-Architektur unter Extrembedingungen in Schweden und Arizona validiert. Das Ergebnis: planmäßig fließt nun eine weitere Milliarde US-Dollar in den US-Partner.
Software für 30 Millionen Fahrzeuge
Die getestete „Software-Defined Vehicle“-Architektur soll künftig in bis zu 30 Millionen Fahrzeugen über verschiedene Marken und Preissegmente hinweg zum Einsatz kommen — von Volkswagen über Audi bis zur US-Marke Scout. Im Mittelpunkt der Erprobungen standen Allradsteuerung, Traktionskontrolle und Over-the-Air-Updates. Mit dem bestandenen Test ist ein klar definierter finanzieller Meilenstein erreicht, der die Investitionsrate automatisch auslöst.
Parallel dazu räumte Markenchef Thomas Schäfer in einem Interview ein, dass der weitgehende Verzicht auf physische Tasten — etwa im Golf 8 — ein Fehler war. Künftige Modelle wie der elektrische ID. Polo sollen wieder stärker auf haptische Bedienelemente setzen. Eine Korrektur, die auf anhaltende Kundenkritik reagiert und Teil einer breiteren Qualitätsoffensive ist.
Belastungen durch Rückrufe und Porsche-Schwäche
Die positiven Signale aus der Softwareentwicklung treffen auf eine weiterhin angespannte Konzernlage. Das Kraftfahrt-Bundesamt ordnete zuletzt einen Rückruf von rund 94.000 Elektrofahrzeugen an — betroffen sind ID.3, ID.4, ID.5, ID. Buzz und Cupra Born, bei denen Defekte an Batteriemodulen zu Reichweitenverlust und im schlimmsten Fall Brandgefahr führen können.
Hinzu kommt der Einbruch bei Porsche: Die Sportwagentochter meldete für 2025 einen Rückgang des operativen Ergebnisses um 92,7 Prozent auf 413 Millionen Euro — belastet durch Sonderaufwendungen für eine strategische Neuausrichtung und schwache Absätze in China. Das drückt spürbar auf die Konzernbilanz.
Die Vorzugsaktie notiert mit rund 86 Euro gut 20 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und damit auch deutlich unterhalb der wichtigen gleitenden Durchschnitte. Analysten sehen das durchschnittliche Kursziel bei 119 Euro — eine erhebliche Lücke, die zeigt, wie skeptisch der Markt die laufende Transformation bewertet.
In der kommenden Woche präsentiert Volkswagen of America auf der New York International Auto Show die nächste Generation des Atlas. Ob der technologische Fortschritt aus dem Rivian-Joint-Venture dort die Schlagzeilen bestimmt oder die Rückrufkosten und Porsche-Sorgen im Vordergrund bleiben, wird die kurzfristige Marktstimmung prägen.
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