Volkswagen Aktie: Fünf Minuten reichen noch nicht

VW verzeichnet starke E-Auto-Nachfrage durch neue Kaufprämie, während BYD mit Schnellladetechnik vorprescht und der Konzern den Stellenabbau forciert.

Die Kernpunkte:
  • Starke Nachfrage nach E-Autos
  • Neue Kaufprämie treibt Anträge an
  • BYD zeigt Schnellladen in fünf Minuten
  • VW plant Abbau von 19.000 Stellen

Der E-Auto-Boom kommt zurück — und Volkswagen spürt ihn bereits. VW-Vertriebschef Martin Sander spricht von einer „sehr starken Nachfrage“ nach Elektrofahrzeugen, die das Unternehmen derzeit vor allem in Deutschland überrascht. Als Treiber nennt er die neue Kaufprämie, aber auch einen technologischen Wendepunkt: Immer mehr Käufer machen positive Erfahrungen mit Elektroautos, und diese Mundpropaganda beschleunigt die Nachfrage.

Dass die Förderung wirkt, zeigen aktuelle Zahlen aus Berlin: In den ersten drei Wochen des neuen staatlichen Programms gingen mehr als 51.000 Anträge ein, knapp 46.000 davon für reine Stromer. Bis zu 6.000 Euro Zuschuss sind möglich — und ein erheblicher Teil der Antragsteller kommt aus Haushalten mit einem zu versteuernden Einkommen unter 45.000 Euro. Das Programm ist auf 800.000 Fahrzeuge ausgelegt.

Schnellladen: Angriff von BYD, Antwort auf 2030 vertagt

Ausgerechnet jetzt macht der chinesische Wettbewerber BYD mit Fünf-Minuten-Laden Schlagzeilen in Europa. Die Technik, den Akku in rund fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent zu laden, ist offenbar bereits marktreif — bei BYD. Sander gibt offen zu, dass VW das im Labor ebenfalls kann, für den Massenmarkt jedoch erst „Richtung Anfang der 2030er-Jahre“ bereit sein wird. Das ist eine ehrliche Einschätzung, die aber den Zeitvorsprung des chinesischen Konkurrenten unmissverständlich benennt.

Stellenabbau läuft, Kosten sinken

Parallel zur Produktoffensive zieht sich der Konzern strukturell straff. Laut einem Redeentwurf für die Hauptversammlung am 18. Juni will CEO Oliver Blume bis Jahresende 19.000 Stellen in Deutschland abbauen — als Teil eines verbindlichen Ziels von mehr als 28.000 Stellen bis 2030. Die Werkskosten in Deutschland sanken durch bisherige Maßnahmen bereits um mehr als 20 Prozent.

Das sind die zwei Seiten der aktuellen VW-Story: eine anziehende Nachfrage, die Optimismus rechtfertigt, und ein Umbau, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Wie Blume das vor den Aktionären am 18. Juni einrahmt — und welche Mittelfristziele er konkret bekräftigt — wird für die Stimmung rund um die Aktie kurzfristig entscheidend sein.

Anzeige

Volkswagen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen-Analyse vom 12. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Volkswagen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Volkswagen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Volkswagen