Volkswagen Aktie: Gewinn sinkt 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden

Porsche SE drängt auf zügigeren VW-Umbau und meldet Milliardenabschreibungen. Der Konzern kürzt Prognosen und plant US-Neustart.

Die Kernpunkte:
  • Milliardenabschreibungen auf VW-Anteile
  • Porsche SE fordert schnelleren Konzernumbau
  • VW senkt Umsatzprognose für 2026
  • Neue US-Strategie mit Pick-up-Modell

Die Porsche Automobil Holding SE hat sich in ihrer Rolle als Großaktionär von Volkswagen deutlich zu Wort gemeldet und ein schnelleres Vorgehen beim Konzernumbau eingefordert.

Reuters berichtete zugleich, dass die Holding Wertminderungen von drei Milliarden Euro auf ihre Volkswagen-Beteiligung verbuchen musste, hinzu kommen weitere 200 Millionen Euro auf die Porsche-Beteiligung. Der Vorstoß zeigt, wie sehr der Abschreibungsbedarf bei den eigenen Anteilseignern inzwischen auf den Umbau drängt.

Die kontrollierenden Familien stellten sich am Freitag hinter das Management und die angekündigte tiefgreifende Restrukturierung. Laut Reuters könnten davon weitere Zehntausende Arbeitsplätze betroffen sein – zusätzlich zu der bereits bekannten Reduktion von bis zu 100.000 Jobs im Konzernumfeld. Volkswagen will demnach weiterhin Produktionskapazitäten kürzen und die Modellpalette deutlich verschlanken.

Schwacher Auftakt ins zweite Halbjahr

Der Druck auf das Management kommt nicht von ungefähr. Für das zweite Quartal meldete Volkswagen einen weiteren Gewinnrückgang: Das Konzernergebnis nach Steuern sank um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro.

Gleichzeitig verabschiedete sich der Konzern von seinem bisher angepeilten Umsatzplus – ein Signal, dass die operative Erholung länger dauert als erhofft. Vor diesem Hintergrund wirkt der Ruf der Porsche SE nach mehr Tempo folgerichtig: Wer als Großaktionär Milliarden abschreiben muss, will keine halben Sachen sehen.

Parallel zum Sparkurs verfolgt Volkswagen eine Neuausrichtung seiner US-Strategie. Reuters zufolge plant der Konzern ein neues Management für das US-Geschäft sowie ein neues Pick-up-Modell, das vor Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen und in den USA gebaut werden soll. Der Vorstoß in ein margenstarkes Segment könnte langfristig gegensteuern – kurzfristig ändert er jedoch nichts an der angespannten Ergebnislage.

Kurs bleibt unter Druck

Die Aktie schloss am Freitag bei 73,88 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 3,3 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat das Papier rund 29 Prozent verloren. Damit notiert Volkswagen mehr als 30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 109,10 Euro aus dem Dezember, während der Abstand zum 52-Wochen-Tief von Anfang Juli mit knapp 7 Prozent deutlich geringer ausfällt.

Das Kanadische Analysehaus RBC bestätigte am 14. August sein Kaufvotum für Volkswagen – ein Hinweis darauf, dass zumindest Teile der Analystengemeinde trotz der schwachen Zahlen an das langfristige Restrukturierungspotenzial glauben.

Ob der verschärfte Druck der Porsche SE den Umbau tatsächlich beschleunigt, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen – für Anleger bleibt die Kombination aus sinkenden Gewinnen und einem forcierten Sparprogramm vorerst der bestimmende Faktor.

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