Volkswagen Aktie: Gewinnwarnung schlägt zu!

Die Initiative bündelt Investitionen in E-Mobilität, Batterien, Software und KI, während Volkswagen mit schwacher Prognose und sinkendem Aktienkurs ringt.

Die Kernpunkte:
  • „For Europe“ setzt auf europäische Wertschöpfung
  • Drei Batterie-Joint-Ventures vereinbart
  • Jahresprognose auf rund 315 Milliarden Euro gesenkt
  • Volkswagen-Aktie seit Jahresbeginn 35 Prozent niedriger

Mit einer gezielten Positionierung auf dem Heimatmarkt versucht der Wolfsburger Automobilkonzern, in unruhigem Fahrwasser strategisch die Initiative zurückzugewinnen. Vor dem Branchentreffen in Frankreich stellte die Volkswagen Group am Donnerstag ihre Initiative „For Europe“ vor.

Der Konzern bekräftigte damit die Absicht, europäische Wertschöpfungsketten und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu stärken. Die Schwerpunkte der Investitionen liegen laut Unternehmensangaben auf Elektromobilität, Batterietechnologie, Software und künstlicher Intelligenz.

Am 11. Oktober ist dazu ein politischer und medialer Austausch in Paris geplant. Unmittelbar danach folgt am 12. Oktober die Paris Motor Show, auf der die Kernmarken Volkswagen, Audi, Škoda, CUPRA und Volkswagen Nutzfahrzeuge neue Fahrzeugmodelle der Öffentlichkeit präsentieren werden.

Batteriezellen und industrieller Umbau

Die europäische Ausrichtung ergänzt jüngste Beschlüsse im Produktionsnetzwerk. Am 28. September vereinbarten die Volkswagen Group, die konzerneigene Batterietochter PowerCo SE und das chinesische Unternehmen Gotion High-tech die Gründung von drei Gemeinschaftsunternehmen.

Diese Joint Ventures sollen künftig LFP-Batteriezellen sowie Kathodenmaterial an den Standorten Valencia in Spanien, Šurany in der Slowakei und Kenitra in Marokko fertigen. Im selben Zug trennte sich Volkswagen über verbindliche Vereinbarungen von einem 5,3-prozentigen Aktienanteil an Gotion, behält laut Konzernmitteilung jedoch weiterhin eine relevante Beteiligung.

Parallel dazu treibt das Management interne Umstrukturierungen voran. Am Mittwoch kündigte das Unternehmen mehrere Tarifverträge fristgerecht zum 31. Dezember 2026, um Revisionsgespräche mit der IG Metall einzuleiten. Der Zukunftstarifvertrag samt der darin festgelegten Beschäftigungssicherung bleibt von diesem Schritt ausdrücklich ausgenommen. Beide Seiten haben für die zweite Oktoberhälfte weitere Verhandlungen vereinbart.

Operativer Druck und tiefe Bewertung

Die strategischen Weichenstellungen erfolgen vor dem Hintergrund erheblicher geschäftlicher Belastungen. Mitte September hatte Volkswagen seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 spürbar nach unten korrigiert. Der Konzern rechnet seitdem mit einem Jahresumsatz von rund 315 Milliarden Euro sowie einer operativen Umsatzrendite von bis zu 1 Prozent.

Zuvor war eine Marge zwischen 4,0 und 5,5 Prozent avisiert worden. Als Ursachen nannte das Management neben Restrukturierungskosten und einem schwierigen Marktumfeld in China eine nicht zahlungswirksame Abschreibung von rund 6 Milliarden Euro auf Porsche.

Zusätzlich belastete ein Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamts wegen einer potenziell korrosionsanfälligen Schraube an der Lenkung vor gut einer Woche das Sentiment. Analyst Michael Raab von Kepler Cheuvreux senkte am 21. September seine Einstufung für die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ und reduzierte das Kursziel von 92 auf 80 Euro, was er mit dem verringerten Bewertungsspielraum nach der Gewinnwarnung begründete.

Am Kapitalmarkt hinterlässt diese Gemengelage deutliche Spuren. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Rückgang von 35 Prozent. Mit einem Schlusskurs von 67,60 Euro am Freitag notierte das Papier nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 67,22 Euro.

Ob die neuen Modellvorstellungen in Paris und die Zwischenbilanz für Januar bis September, die am 29. Oktober veröffentlicht wird, für Entlastung sorgen können, hängt maßgeblich von den Fortschritten beim Kostenumbau ab.

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