Volkswagen Aktie: IG Metall fordert fünf Prozent
Die IG Metall verlangt bei Volkswagen fünf Prozent mehr Lohn für 130.000 Beschäftigte, während der Konzern weitere Einsparungen vorbereitet.

- Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Entgelt
- Tarifvertrag endet zum Jahreswechsel
- Weitere Stellenstreichungen offenbar vorgesehen
- Volkswagen-Aktie verliert seit Jahresbeginn 27 Prozent
Die Fronten beim Wolfsburger Autobauer verhärten sich vor den anstehenden Gehaltsverhandlungen deutlich. Die Tarifkommission der IG Metall hat gestern einstimmig eine Entgelterhöhung von fünf Prozent für die rund 130.000 Beschäftigten im VW-Haustarifvertrag beschlossen. Die Forderung umfasst eine Laufzeit von zwölf Monaten, gilt ebenso für Auszubildende und sieht eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen vor.
Schwierige Ausgangslage vor den Tarifgesprächen
Der bestehende Haustarifvertrag ist zum 31. Dezember gekündigt. Da die Friedenspflicht mit dem Jahreswechsel ausläuft, sind ab dem 1. Januar Warnstreiks möglich. Verhandlungstermine stehen bislang noch nicht fest.
Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Thorsten Gröger, stellte die Belegschaft bereits auf eine harte Auseinandersetzung ein. Laut Betriebsratschefin Daniela Cavallo erhielten die Beschäftigten des Haustarifs ihre letzte Entgelterhöhung im Mai 2024.
Die Tarifforderung trifft auf ein angespanntes Umfeld im Konzern. Eine frühere Vereinbarung sah bereits den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis zum Jahr 2030 vor.
Berichten zufolge plant der Konzernvorstand jedoch den Abbau von weiteren 50.000 Stellen weltweit, wovon rund die Hälfte auf deutsche Standorte entfallen könnte. Betroffen von den Tarifverhandlungen sind die Werke in Braunschweig, Chemnitz, Dresden, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter, Wolfsburg und Zwickau.
Anpassungen in den Werken und verschärfter Sparkurs
Parallel zu den gewerkschaftlichen Forderungen treibt das Management Kostensenkungen voran. Thomas Schäfer kündigte auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg an, das bestehende Performance-Programm der Kernmarke deutlich zu verstärken. Ziel der Maßnahmen bleibt es, Überkapazitäten an den Heimatstandorten zu verringern und die Arbeitskosten spürbar zu senken.
Gleichzeitig reagiert der Autobauer auf Nachfrageverschiebungen in der Produktion. Im Stammwerk Wolfsburg wurden geplante Sonderschichten für die Verbrennermodelle Golf und Tiguan gestrichen. Demgegenüber verzeichnet der Konzern Zuwächse bei reinen Elektrofahrzeugen auf dem europäischen Markt, weshalb am Standort Emden die Fertigung hochgefahren wurde.
Belastungen belasten den Aktienkurs
An den Finanzmärkten sorgten die Nachrichten gestern für eine verhaltene Reaktion: Die Volkswagen-Aktie legte um 0,8 Prozent zu und beendete den Handel bei 75,76 Euro. Das Papier spiegelt jedoch die anhaltenden operativen Hürden wider, zu denen neben den Restrukturierungskosten auch schwächere Geschäfte im chinesischen Markt sowie Abschreibungen auf die Beteiligung an Porsche zählen.
Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust auf 27 Prozent. Ein tragfähiger Kompromiss am Verhandlungstisch dürfte für die weitere strategische Ausrichtung der Kernmarke entscheidend sein.
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