Volkswagen Aktie: JPMorgan holt Kursziel auf 85 Euro runter

Nach Sondereffekten blieben Volkswagen in den ersten neun Monaten 2026 operativ 0,1 Milliarden Euro; JPMorgan reduzierte sein Kursziel.

Die Kernpunkte:
  • Kostenprogramm über rund 31 Milliarden Euro
  • ID. Golf-Entwicklung vorübergehend pausiert
  • Tarifgespräche starten am 24. November
  • JPMorgan senkt Kursziel auf 85 Euro

Volkswagen fordert nach den am Donnerstag veröffentlichten Neunmonatszahlen eine rasche Umsetzung seines Kostenprogramms von rund 31 Milliarden Euro. Für die ersten neun Monate 2026 meldete der Konzern nach Sondereffekten ein operatives Ergebnis von 0,1 Milliarden Euro.

Vor Sondereffekten bezifferte Volkswagen das operative Ergebnis auf 8,8 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite vor diesen Belastungen betrug 3,8 Prozent. Insgesamt verbuchte der Konzern Sondereffekte von 8,7 Milliarden Euro.

Entwicklungspause und Arbeitskosten im Fokus

Wie konkret der finanzielle Druck die Produktplanung trifft, zeigte sich gestern: Volkswagen kündigte an, die Entwicklungsleistungen für den künftigen ID. Golf vorübergehend zu pausieren. Laut Reuters begründete Markenchef Thomas Schäfer den Schritt mit fehlendem finanziellen Spielraum. Die Nachrichtenagentur stellte die Pause in den Zusammenhang mit dem laufenden Sparprogramm und dem hohen Kostendruck.

Die Brand Group Core erzielte nach Unternehmensangaben in den ersten neun Monaten 2026 ein operatives Ergebnis von 4,33 Milliarden Euro. Ihre operative Rendite lag bei 4,1 Prozent.

Bei den Arbeitskosten will Volkswagen ebenfalls schnell vorankommen. Das Unternehmen und die IG Metall vereinbarten den Beginn der Tarifverhandlungen für den 24.11.2026 in Emden. Volkswagen will zusätzliche sozialverträgliche Personalinstrumente verhandeln und hält laut Mitteilung an der Beschäftigungssicherung des Zukunftstarifvertrags fest.

JPMorgan senkt das Kursziel

JPMorgan senkte gestern das Kursziel für die Volkswagen-Vorzugsaktien von 110 auf 85 Euro und bestätigte die Einstufung „Neutral“. Analyst Jose Asumendi verwies auf die Quartalszahlen und Aussagen aus der Telefonkonferenz, darunter erhebliche Abschreibungen und Sonderposten.

Jefferies bestätigte am Donnerstag dagegen die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 120 Euro. Laut dpa-AFX fiel das Abschneiden nach den Quartalszahlen weitgehend erwartungsgemäß aus.

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