Volkswagen Aktie: Konjunkturbedingte Anpassungen
Volkswagens Batterietochter PowerCo schließt Tarifvertrag mit Beschäftigungssicherung, während Berichte über Verzögerungen beim US-Projekt Scout aufkommen. Der Konzern navigiert zwischen Sparzielen und Elektro-Offensive.

- PowerCo sichert Arbeitsplätze bis 2030 in Salzgitter
- Berichte über mögliche Verzögerung bei Scout-Modellen
- Konzernziel: 20 Prozent Kostensenkung bis 2028
- Erster Tarifvertrag im US-Werk Chattanooga ratifiziert
Volkswagen kämpft an mehreren Fronten: Während die Batterietochter PowerCo Beschäftigungssicherheit bis 2030 durchsetzt, mehren sich Berichte über mögliche Verzögerungen beim wichtigen US-Projekt Scout. Nur zwei Wochen vor der Bilanzvorlage zeigt sich, wie komplex der Spagat zwischen Kostensparen und Elektro-Offensive ist.
PowerCo sichert Arbeitsplätze – mit späteren Lohnerhöhungen
Die Volkswagen-Batterietochter PowerCo und die IG Metall haben sich auf einen Tarifvertrag geeinigt, der die rund 2.000 Beschäftigten am Standort Salzgitter bis Ende 2030 vor betriebsbedingten Kündigungen schützt. Die Vereinbarung gilt ab dem 1. März 2026.
Der Clou: Eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent wurde zwar vereinbart, tritt aber erst zum 1. April 2031 in Kraft. PowerCo-Personalvorstand Sebastian Krapoth begründet den Aufschub mit der Notwendigkeit, wettbewerbsfähig zu bleiben. Die formale Annahme durch beide Tarifparteien muss bis 28. Februar erfolgen.
In Salzgitter produziert PowerCo seit Dezember 2025 die konzerneigene Einheitszelle. Über eine Milliarde Euro flossen bislang in die Zellfabrik auf dem Gelände des ehemaligen VW-Motorenwerks. Der geplante Ausbau zur vollen Kapazität von 40 Gigawattstunden liegt allerdings auf Eis. Von ursprünglich sechs geplanten europäischen Fabriken befinden sich derzeit nur Salzgitter und ein Werk im spanischen Sagunt in der Entwicklung.
Scout-Verzögerung: Erste Zweifel am US-Comeback
Beim Scout-Projekt könnte es laut Der Spiegel zu Verzögerungen kommen. Die elektrischen Modelle Terra und Traveler könnten demnach statt wie geplant 2027 erst Mitte 2028 ausgeliefert werden. Als Grund nennt das Magazin technische Herausforderungen bei der Software- und Hardware-Integration des Range-Extender-Systems für die „Harvester“-Modelle.
Scout Motors selbst dementiert und hält am ursprünglichen Zeitplan fest. Die Fabrik in Blythewood, South Carolina, ist im Bau. Validierungsfahrzeuge sollen noch 2026 vom Band laufen.
20 Prozent Kostensenkung bis 2028
Beide Entwicklungen spielen sich vor dem Hintergrund massiver Sparanstrengungen ab. CEO Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz haben Mitte Januar ein Sparziel ausgegeben: 20 Prozent Kostenreduktion bis Ende 2028. Alle Marken sollen beitragen, Werksschließungen sind nicht ausgeschlossen. Betriebsratschefin Daniela Cavallo verweist auf die Ende 2024 geschlossene Vereinbarung, die Werksschließungen bei der Volkswagen AG ausschließt.
Parallel dazu baut der Konzern in Deutschland bis 2030 rund 35.000 Stellen ab. Die Kernmarke VW Pkw will allein durch Konsolidierung von Produktionsplattformen und Reduzierung von Managementpositionen eine Milliarde Euro einsparen.
Positive Signale aus den USA
Einen Lichtblick gab es aus Tennessee: Die 3.200 Beschäftigten im VW-Werk Chattanooga haben ihren ersten Tarifvertrag mit der Gewerkschaft UAW ratifiziert. Mit 96 Prozent Zustimmung wurde der Vierjahresvertrag angenommen, der Lohnerhöhungen von 20 Prozent, verbesserte Gesundheitsleistungen und Arbeitsplatzsicherungen vorsieht. Der Vertrag trat am 23. Februar in Kraft.
Am 10. März legt Volkswagen die Jahresergebnisse für 2025 vor. CEO Blume wird dabei ein Update zum Sparprogramm geben. Im Januar hatte der Konzern bereits einen vorläufigen Netto-Cash-Flow von 6 Milliarden Euro für 2025 gemeldet – eine Milliarde Euro über dem Vorjahr und deutlich über den eigenen Erwartungen.
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