Volkswagen Aktie: Letzte Runde vor dem Machtwort
Vor der Aufsichtsratssitzung am 4. September ringen Volkswagen, Gewerkschaften und Niedersachsen um Stellenabbau, Werke und Konzernsparten.

- Bis zu 50.000 Stellen im Gespräch
- Gewerkschaften leisten Widerstand gegen Kürzungen
- Volkswagen-Aktie bleibt unter 200-Tage-Linie
- ID Up soll 2027 starten
Neun Betriebstreffen, eine ungelöste Frage: Wie tief schneidet Volkswagen bei den Stellen? An diesem Montag endet die letzte einer Serie von Belegschaftsversammlungen, die den Sparkurs des Konzerns begleitet haben. Was folgt, könnte weitreichender ausfallen als alles, was bisher verhandelt wurde.
Aufsichtsrat tagt am 4. September
Konzernchef Oliver Blume will die bereits beschlossenen Stellenstreichungen offenbar verdoppeln – auf bis zu 50.000 Arbeitsplätze. Zusätzlich stehen Werksschließungen und die Abspaltung einzelner Konzernsparten im Raum. Der Widerstand von Gewerkschaften und dem Land Niedersachsen, das als zweitgrößter Aktionär eine Sperrminorität hält, ist entsprechend heftig.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies mahnte zur Eile. Vor dem entscheidenden Aufsichtsratstermin am 4. September soll noch eine Annäherung zwischen den Lagern gelingen. Am Donnerstag trifft sich zunächst der Präsidialausschuss, dem neben Lies auch der Betriebsratschef sowie Vertreter der Familien Porsche und Piëch angehören – einen Tag vor der eigentlichen Aufsichtsratssitzung.
Der Konflikt ist strukturell: Zölle, schwächere Nachfrage in Kernmärkten und wachsender Konkurrenzdruck aus China setzen Volkswagen unter Druck. Zugleich trägt der Konzern mit seinen Standorten in Niedersachsen und darüber hinaus, seinen Zehntausenden Beschäftigten und dem angeschlossenen Zulieferernetz eine erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Verantwortung. Genau dieser Spagat zwischen Kostendisziplin und sozialer Verantwortung dürfte die Verhandlungen bis zuletzt prägen.
Charttechnik bleibt angeschlagen
Die Aktie selbst spiegelt die Unsicherheit wider. Seit Juli versucht Volkswagen, in einer Seitwärtsbewegung einen Boden auszubilden, notiert aber weiter unterhalb der 200-Tage-Linie. Zuletzt gerieten die aufgebauten Unterstützungen erneut unter Druck – ein Umfeld, in dem fundamentale Unsicherheit und charttechnische Schwäche sich gegenseitig verstärken.
Abseits der Sparrunde meldet sich VW auch mit Produktnews zurück: Ein Elektro-Kleinwagen für rund 20.000 Euro soll unter dem Namen ID Up an den bekannten E-Up anknüpfen und 2027 auf den Markt kommen. Der ursprünglich als ID 1 geplante Nachfolger war eigentlich schon für 2023 vorgesehen, der Start wurde jedoch mehrfach verschoben.
Die kommenden Tage entscheiden, in welche Richtung sich der Konzern bewegt. Am Donnerstag positionieren sich die Lager im Präsidialausschuss, einen Tag später fällt im Aufsichtsrat die Vorentscheidung über Stellenabbau, Werksschließungen und mögliche Abspaltungen.
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