Volkswagen Aktie: Oliver Blume beerdigt Weltauto-Konzept

VW-Chef Blume beendet die Ära des Weltautos und setzt auf lokale Fertigung in Kernmärkten statt Export aus Deutschland.

Die Kernpunkte:
  • Ende des Weltauto-Konzepts
  • Fokus auf lokale Produktion
  • Aktie mit historisch niedrigem KGV
  • Wachstumsprognose für Deutschland gesenkt

Der VW Käfer und der Golf schrieben Geschichte. Sie entstanden in Deutschland und gingen fast unverändert in den weltweiten Verkauf. Damit ist jetzt Schluss. Konzernchef Oliver Blume beerdigt das Konzept des „Weltautos“. Volkswagen leitet einen tiefgreifenden Strategiewechsel ein.

Lokale Fertigung statt Export

Das Management passt sich der regionalen Fragmentierung an. Künftig fertigt der Autobauer seine Fahrzeuge direkt in den Kernmärkten. Eine zentrale Produktion in Deutschland für den weltweiten Export hat ausgedient. Der Konzern reagiert damit auf enormen Wettbewerbsdruck. Lokale Werke in China und Nordamerika sollen Flexibilität schaffen. So kann Volkswagen schneller auf regionale Kundenwünsche und neue Gesetze reagieren.

Wachsender Druck am Heimatmarkt

Die Neuausrichtung trifft auf ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld. Ifo-Präsident Clemens Fuest warnt bereits vor einem zweiten „Chinaschock“ für die heimische Industrie. Die deutsche Wirtschaftsleistung stagniert aktuell auf dem Niveau von 2019. Fuest hält es sogar für möglich, dass chinesische Elektroautos bald in deutschen Werken vom Band laufen. Volkswagen stellt klar: Aktuell führt das Management keine Gespräche über eine Übernahme von Werken. Der Transformationsdruck bleibt massiv.

Historisch günstige Bewertung

An der Börse spiegeln sich diese Unsicherheiten deutlich wider. Die Aktie hat seit Jahresanfang rund 15,5 Prozent an Wert verloren. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 89,60 Euro.

Analysten verweisen auf das extrem niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis. Für das Geschäftsjahr 2026 liegt der Wert bei rund 4,5. Für einkommensorientierte Anleger rückt die geplante Dividende von 5,26 Euro je Aktie in den Fokus.

Der Relative-Stärke-Index auf 14-Tage-Sicht mahnt indes zur Vorsicht. Mit einem Wert von 88,6 gilt die Aktie kurzfristig als stark überkauft.

In der neuen Handelswoche verarbeiten Investoren gemischte Impulse. Der DIHK senkte die deutsche Wachstumsprognose gerade auf 0,3 Prozent. Positive Signale kommen parallel dazu aus Südamerika. Argentinien streicht ab Juli schrittweise die Exportzölle für den Automobilsektor. Auf dem Heimatmarkt ruht die Hoffnung auf der neuen E-Auto-Prämie. Mit rund 23.000 Anträgen keimt leichte Zuversicht für die wichtigen Flottenziele auf.

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