Volkswagen Aktie: Regionale Brüche
Volkswagen meldet leichten globalen Absatzrückgang, getrieben von starken Einbrüchen in China und Nordamerika, während Europa und Elektroautos deutlich zulegen. Analysten bleiben optimistisch.

- Globaler Absatz knapp unter neun Millionen Fahrzeugen
- Starke regionale Unterschiede zwischen Europa und China
- Elektroauto-Auslieferungen weltweit um ein Drittel gestiegen
- Analysten bestätigen positive Kursziele für 2026
Volkswagen rutscht 2025 beim Absatz knapp unter die Marke von neun Millionen Fahrzeugen – zum ersten Mal seit der Corona-Pandemie. Hinter dem leichten Rückgang steckt jedoch ein deutlicher Bruch im regionalen Gefüge: Während Europa und der Elektro-Absatz kräftig zulegen, schwächeln China und Nordamerika spürbar. Wie passt das zu den vergleichsweise optimistischen Analystenstimmen?
Gestern schloss die Vorzugsaktie bei 102,65 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt sie damit dennoch rund 12 Prozent im Plus, notiert aber gut 6 Prozent unter ihrem 52‑Wochen-Hoch.
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Absatz 2025: Leichter Rückgang, deutliche Verschiebungen
Volkswagen meldete am 12. Januar 2026 vorläufige Auslieferungszahlen für 2025: Der weltweite Absatz sank um 0,5 Prozent auf 8,98 Millionen Fahrzeuge. Damit bleibt der Konzern knapp unter der Schwelle von neun Millionen Fahrzeugen.
Die regionale Entwicklung zeigt ein deutliches Gefälle:
- China: 2,69 Mio. Fahrzeuge, -8,0 % zum Vorjahr, im Q4 -17,4 %
- Nordamerika: 946.800 Fahrzeuge, -10,4 %, im Q4 ebenfalls -17,4 %
- Westeuropa: 3,38 Mio. Fahrzeuge, +3,8 %
- Südamerika: 663.000 Fahrzeuge, +11,6 %
- Mittel- und Osteuropa: 557.900 Fahrzeuge, +9,0 %
Damit stützen vor allem Europa und Südamerika die Gesamtzahlen, während zwei lange Jahre tragende Säulen – China und Nordamerika – im Schlussquartal deutlich nachgeben.
Als Gründe nennt Volkswagen die verschärfte Wettbewerbslage in China sowie Zölle und den Wegfall der Elektro-Förderung in den USA. Vertriebsvorstand Marco Schubert spricht von einer „intensiven Wettbewerbssituation“ in China und verweist für Nordamerika auf die politischen Rahmenbedingungen.
Elektrofahrzeuge als Wachstumstreiber – mit großer China-Schwäche
Klarer Lichtblick sind die batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV). Weltweit steigerte Volkswagen die BEV-Auslieferungen 2025 auf 983.100 Einheiten, ein Plus von 32 Prozent gegenüber 2024. Der BEV-Anteil an den Gesamtauslieferungen kletterte von 8,2 auf 10,9 Prozent.
Besonders stark war die Dynamik in Europa:
- BEV Europa: 742.800 Fahrzeuge, +65,9 %
Hier profitiert der Konzern von Modelloffensiven und einer weiterhin vergleichsweise hohen Akzeptanz für Elektrofahrzeuge.
Ein scharfer Kontrast dazu ist China:
- BEV China: 115.500 Fahrzeuge, -44,3 %
Der Rückgang spiegelt den massiven Preiswettbewerb lokaler Hersteller wie BYD wider. Laut Branchenberichten ist Volkswagen im chinesischen Gesamtmarkt inzwischen auf den dritten Platz hinter BYD und Geely zurückgefallen – ein deutlicher Einschnitt nach jahrelanger Marktführerschaft. Der Druck kommt insbesondere von aggressiv bepreisten E-Modellen chinesischer Wettbewerber.
Analysten sehen Chancen für 2026
Trotz der schwächeren Absätze in China und Nordamerika bleiben große Investmentbanken konstruktiv für die Aktie. Am 9. Januar 2026 aktualisierten Jefferies und Barclays ihre Einschätzungen:
- Jefferies bestätigt „Buy“ und erhöht das Kursziel von 125 auf 140 Euro
- Barclays bleibt bei „Overweight“ mit Kursziel 125 Euro
Jefferies verweist auf Potenzial für operative Verbesserungen im laufenden Jahr und nennt Volkswagen gemeinsam mit Stellantis als wahrscheinlichen Kandidaten für Effizienzsteigerungen 2026. Das Bild passt zu einem Markt, der zwar regionale Risiken sieht, dem Konzern aber weiterhin Spielraum für Ergebniserholung zutraut.
Der Analystenkonsens laut MarketScreener liegt bei „Outperform“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 112,45 Euro. Gegenüber dem gestrigen Schlusskurs entspricht das einem theoretischen Aufschlag von rund 10 Prozent.
Charttechnik und Marktbild
Kursseitig bewegt sich die Aktie derzeit in einer moderat korrigierten, aber übergeordnet stabilen Zone. Auf Wochensicht liegt sie leicht im Minus, über 30 Tage beträgt das Minus knapp 4 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von gut 3 Prozent zu Buche.
Einige technische Eckpunkte:
- Schlusskurs: 102,65 Euro
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (109,95 Euro): ca. -6,6 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Tief (83,16 Euro): rund +23 %
- 50‑Tage-Durchschnitt: 101,92 Euro (Aktie leicht darüber)
- 200‑Tage-Durchschnitt: 96,30 Euro (Aufschlag rund 6,6 %)
- RSI (14 Tage): 27,8
Der Kurs notiert damit über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten, was mittelfristig ein eher konstruktives Bild zeichnet. Gleichzeitig signalisiert ein RSI unter 30 kurzfristig eine überverkaufte Situation – die jüngste Schwächephase ist charttechnisch klar erkennbar.
Konkreter Ausblick
Volkswagen hat für den 20. Januar 2026 einen detaillierten Bericht zu den Auslieferungszahlen angekündigt, in dem die Entwicklung nach Marken genauer aufgeschlüsselt wird. Am 10. März 2026 sollen die Quartalszahlen für Q4 2025 folgen. Spätestens dann wird sich zeigen, wie stark der Gegenwind aus China und Nordamerika tatsächlich in den Zahlen des Konzerns durchschlägt – und ob das von Analystenseite erwartete operative Verbesserungspotenzial für 2026 realistisch bleibt.
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