Volkswagen Aktie: Sechs Milliarden Euro Porsche-Abschreibung
Volkswagen reduziert die Margenprognose auf ein Prozent. Eine Porsche-Wertberichtigung von rund sechs Milliarden Euro belastet das dritte Quartal.

- Operative Marge auf ein Prozent gesenkt
- Porsche-Wertberichtigung belastet Quartalsergebnis
- China-Geschäft bremst Audi und Volkswagen
- 2026 drohen Sonderlasten von zehn Milliarden
Ein Prozent. Mehr operative Umsatzrendite traut sich Volkswagen für das laufende Geschäftsjahr nun noch zu — nachdem noch vor Kurzem eine Spanne von 4,0 bis 5,5 Prozent im Raum stand. Der Kurssturz um 8,31 Prozent auf 76,15 Euro am Freitag zeigt, wie hart diese Korrektur die Anleger getroffen hat.
Der größte Einzelposten hinter der Prognosesenkung ist eine Abschreibung von rund sechs Milliarden Euro auf den Firmenwert von Porsche. Die einstige Gewinnperle des Konzerns kämpft seit Längerem mit einem Absatzeinbruch in China, der US-Zollpolitik und einer erzwungenen Kurskorrektur bei der Elektrostrategie.
Die Wertberichtigung ist nicht zahlungswirksam, schlägt aber im dritten Quartal voll auf das operative Ergebnis durch. Als Reaktion senkte auch die Dachgesellschaft Porsche SE ihre Prognose und erwartet nun ein Konzernergebnis zwischen minus 0,5 und plus 1,5 Milliarden Euro — die Aktie verlor knapp fünf Prozent.
China und E-Auto-Wende bremsen Kernmarken
Neben Porsche belastet vor allem das China-Geschäft die Bilanz. Der Konzern spricht von einer weiteren Verschärfung des Marktumfelds und einem schnelleren Wechsel der Kundschaft zu batterieelektrischen Fahrzeugen — paradoxerweise keine gute Nachricht für Volkswagen, da E-Autos derzeit geringere Margen abwerfen als Verbrenner. Besonders die Marken Audi und Volkswagen Pkw bleiben deshalb hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.
Insgesamt rechnet der Konzern für 2026 mit Sonderbelastungen von rund zehn Milliarden Euro, wovon bereits 900 Millionen Euro im ersten Halbjahr verbucht wurden. Ohne diese Sondereffekte läge die operative Umsatzrendite bei etwa vier Prozent — ein Hinweis darauf, dass das operative Kerngeschäft weniger dramatisch leidet als die Schlagzeilen vermuten lassen.
Weitere Kosten entstehen durch zusätzliche Vorruhestandsregelungen im Rahmen des bis 2030 laufenden Stellenabbaus von 50.000 Arbeitsplätzen in Deutschland, den geplanten Verkauf des Werks Osnabrück an den Finanzinvestor Aurelius sowie nicht zahlungswirksame Abschreibungen bei chinesischen Tochtergesellschaften. Zusammen sollen diese drei Effekte das zweite Halbjahr mit rund zwei Milliarden Euro belasten.
Umsatzprognose bleibt in der Mitte der Spanne
Beim Umsatz bleibt Volkswagen vorsichtig, aber nicht alarmistisch: Für 2026 werden rund 315 Milliarden Euro erwartet, nach 321,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Das entspricht der Mitte der bereits im Juli gesenkten Prognosespanne. An den Zielen für Netto-Cashflow und Netto-Liquidität im Automobilgeschäft hält der Konzern fest — vorausgesetzt, die aktuelle Zollsituation bleibt unverändert und es kommt zu keiner weiteren Eskalation im Nahen Osten.
Über eine Dividende für das Geschäftsjahr 2026 entscheiden Vorstand und Aufsichtsrat erst Anfang 2027, zur Abstimmung steht der Vorschlag dann auf der Hauptversammlung im Juni 2027. Die nächste konkrete Standortbestimmung liefert Volkswagen mit den Neun-Monats-Zahlen am 29. Oktober — dann dürfte sich zeigen, wie stark die milliardenschweren Sonderbelastungen tatsächlich zu Buche schlagen.
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